50 Jahre Taunus-Meute 1968 – 2018

Das 50-jährige Bestehen der Taunusmeute wurde am Samstag, den 03. November 2018 mit einer besonderen 3-Meuten-Abschluss- und Jubiläums-Schleppjagd gebührend gefeiert. Tiere wurden aber nicht gejagt. Stattdessen wird bei Schleppjagden  eine Hundemeute mitgeführt, die eine künstliche Duftspur, die Schleppe, verfolgt. Das Jagen von Wild mit einer Hundemeute ist in Deutschland seit 1934 verboten. Schleppjagden sind daher unblutige gesellschaftliche Anlässe, an denen auch immer häufiger Freizeitzeiter mit Geländeerfahrung und sicheren Pferden teilnehmen. Wettkampfgedanken gibt es keine. Im Mittelpunkt steht der gemeinsame Ausritt mit den Hunden und anderen Reitern.

Von Peter und Viviane Jäger

Bei Sonnenschein und unter strahlend blauem Himmel, erschienen Wald und Flur in ihre schönsten Herbstfarben getaucht. Mit anderen Worten, es waren traumhafte Bedingungen unter der diese traditionsreiche Jagd der Taunusmeute in malerischer Kulisse rund um die über 800 Lenze zählende Burg Ronneburg wie jedes Jahr stattfinden konnte.

Der Einladung folgend trafen sich die Gäste ab 10:30 Uhr zum Stelldichein im Ronneburger Hof bei Jointmaster Willibald Müller und seiner Frau Charlotte Ringel. Im weiteren Geschehen sammelte sich die bunte Reiterschar auf der großen Wiese oberhalb des Hofes zum Warmreiten. Taunusmeute, Frankenmeute und die Böhmer-Harrier-Meute wurden versammelt, und so standen über 60 Foxhounds, Beagles und Harrier bereit, gemeinsam den gelegten Schleppen nachzuspüren.

 

Um 12 Uhr erklang von den Bläsern „Rallye Rheingau“ und „Hinter der Meute Westfalen“ das den Jagdreitern vertraute Signal zum Aufbruch.


In allen Gangarten wurden die 15,5 Kilometern Gesamtdistanz durch das Ronneburger Hügelland geritten.  Insgesamt wurden 6 Schleppen gelegt und 20 gekonnt gebaute Hindernisse konnten vom 1. Feld gesprungen bzw. vom 2. Feld umritten werden.

 

Die anspruchsvollste Schleppe hatte sage und schreibe 6 Wald- und Wiesensprünge sowie einen Grabensprung. Unterbrochen wurde der Ritt von einer Pause, in der sich Hunde, Pferde und Reiter ausruhen konnten. Einen besseren Rastplatz als diese idyllisch gelegene sonnige Wiese am Waldrand hätte es an diesem Tag nicht geben können.

Die beeindruckend große Hunde-Meute verrichtete ihre Aufgabe zuverlässig. Der besondere Reiz bestand diesmal darin, dass man ihr Bellen (Geläut), bedingt durch das hügelige und damit unübersichtliche Gelände, bereits weit im Voraus hören konnte, lange noch bevor die ersten Hunde zu sehen waren.

Im Galopp mit wehenden Mähnen und Rockschößen dem Geläut folgend das beeindruckende Feld von über 70 Jagdreitern welche der Taunusmeute ihre Ehre erwiesen.  Bei solch einem Bilderbuchwetter lässt es sich natürlich vortrefflich und gut gelaunt gemeinsam reiten.

 

Nur einmal im Übereifer spurtete die Meute ohne gelegte Schleppe voran. Für die Teilnehmer war beeindruckend zu beobachten, wie schnell und ruhig die Jagdbegleiter (Equipage) die Hunde einholten und wieder „in die Spur“ brachten.

Der Fahrzeugtross bestehend aus Bergwacht, Bläsern, Meuten-Begleitfahrzeugen und den Zuschauern wurde zielgenau und perfekt terminiert zu den einzelnen Schleppen geführt.  Nicht wenige Zuschauer wechselten bei strahlendem Sonnenschein und den entsprechenden Plustemperaturen in den T-Shirt-Modus, und dies bleibt festzuhalten, Anfang November.

 

Den hoch angesetzten Halali Sprung aus dem Wald heraus auf die große Wiese, bereits mit Sicht direkt auf die Ronneburg, nahmen einige Teilnehmer als willkommene Herausforderung und als den Höhepunkt zum Ende der Jagd.  Nach diesem letzten Sprung ging es schnurstracks den Burgweg hinauf zur Burg durch das äußere Torhaus in den Burghof mit seinem traumhaften Ambiente.

 

 

Nach erfolgter Ansprache durch den Jagdherrn erhielten die Hunde dort den verdienten Lohn und nahmen auf Kommando wie immer  begeistert den für sie bereitliegenden Pansen (Cureé) an.

Jeder Reiter bekommt nach der Schleppjagd vom Jagdherren oder der Jagdherrin einen Bruch mit den Worten „Waidmanns Heil“ gereicht und nimmt ihn mit „Waidmanns Dank“ entgegen.

Diesen Bruch gab es auch dieses Mal, und zwar aus der Hand von Nergil Yilmaz. Sie sprach außerdem den versammelten Reitern die Glückwünsche aus und überreichte Ansteckknöpfe zur Erinnerung an die Jubiläumsjagd.

Nachdem die Hunde untergebracht und die Pferde versorgt waren, wurde die Jagd im fast 500 Jahre alten Bandhaus der Burg Ronneburg noch lange gebührend gefeiert.

Ein großer Dank und Glückwunsch geht an die Taunusmeute für dieses sehr gelungene und aufgrund der runden 50 auch einmalige Event.

Text und Fotos: Peter und Viviane Jäger. Mehr Bilder von GiveMeASmile.de in der Fotogalerie:

https://www.pictrs.com/givemeasmile/5987948