Förderverein Landgestüt Dillenburg fordert: Staatsministerin muss zurück an den Verhandlungstisch

In einer heute veröffentlichten Pressemitteilung übt der Förderverein des Hessischen Landgestüts Dillenburg scharfe Kritik am Umweltministerium und Staatsministerin Priska Hinz (Grüne).

„Mit Entsetzen haben Vorstand und Mitglieder des Fördervereins Hessisches Landgestüt Dillenburg zur Kenntnis genommen, dass der Verkauf der landeseigenen Hengste nun ohne Rücksprache mit den Vertretern der Dillenburger Seite umgesetzt werden soll“,  lässt der Verein mitteilen.

Auf der Jahreshauptversammlung des Fördervereins am 4. September 2017 war man noch davon ausgegangen, dass die Landesseite das Gesprächsangebot aus Dillenburg annimmt. „Die jetzt öffentlich gewordene Anweisung, die Hengste zu verkaufen, ist völlig unverständlich“, erklärt Bürgermeister Michael Lotz als Vorsitzender des Fördervereins in dem zweiseitigen Schreiben.

Gutachten untermauern: Kein Verstoß gegen den Tierschutz

Michael Lotz weist darauf hin, dass zwei unabhängige Gutachten zur Haltung der Pferde im Landgestüt eingeholt worden seien. Daran beteiligt war auch Frau Dr. Müller, die ihrerseits an der Erarbeitung der Rchtlinien zur Pferdehaltung beteiligt war. (Anmerkung ETCD-DieFreiZeitReiter: Es sind diese Richtlinien, auf die sich das Ministerium beruft, um die Abschaffung der Hengste zu rechtfertigen.)

Scharfe Kritik übt der Förderverein am Ministerium auch mit Hinweis darauf, „Dass in Wiesbaden erhebliche Unkenntnis über die Haltung erwachsener Deckhengste besteht. Eine Gruppenhaltung während der Decksaison ist auch auf Privatstationen nahezu ausgeschlossen“, heißt es in der Pressemitteilung. Der Förderverein erklärt, dass den Dillenburger Hengsten weitere Sozialkontakte und weiterer freier Auslauf spätestens durch die Schaffung zusätzlicher Ausläufe gewährt werden kann.

Der Förderverein warnt zudem, dass ein Teil der Hengste mit Sicherheit nicht vermarktbar sein wird. Hier ist vor allem bei den Reitschulhengsten mit Problemen zu rechnen, die aufgrund ihres Alters nicht mehr gefahrlos kastriert werden können. Einen Markt für nicht gekörte Reithengste gibt es nicht. Von Tierschutz könne daher bei einem Verkauf keine Rede sein, kritisiert der Verein.

Statsministerin soll zurück an den Verhandlungstisch

Auf der kürzlich durchgeführten Jahreshauptversammlung hatte der Förderverein den Vorstand erneut beauftragt, aktiv für den Erhalt des Landgestüts, den Erhalt der Hengsthaltung und der EU-Besamungsstation einzutreten. Die unabgesprochene Schaffung von Fakten habe die Gespräche unnötig erschwert, lautet der Vorwurf des Vereins. Er fordert die Staatsministerin auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und die jetzige Anweisung zum Verkauf zurückzunehmen.(CS)

Foto: ETCD-DieFreiZeitReiter