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Gebisslose Zäumungen im Reiterwettbewerb – das sind die Eindrücke einer FN-Richterin

Im Rahmen eines Ausbildungspilotprojektes der Deutschen Reiterlichen Vereinigung bot der Reitverein Fuldawiesen e.V. in Bad Hersfeld am 3. Juli u.a. einen Reiterwettbewerb (5 Teilnehmer) und einen Präzisionsparkour (4 Teilnehmer) für Pferde und Ponys mit gebisslosen Zäumungen an.

Richterin Karin Bardenbacher berichtete im Gespräch mit den FreiZeitReitern, dass eine Bewertung gut möglich war. Im Fokus standen Übergänge, Wendungen, Sitz und Gesamteindruck, die mit Noten zwischen 7,2 und 8,5 bewertet wurden und somit ein Zeugnis für eine wirklich gute Grundausbildung lieferten. Frau Bradenbacher berichtete außerdem, dass die Reiter feine Hilfen, einen zügelunabhängigen Sitz und dabei ausgesprochen gute Schenkel- und Gewichtshilfen zeigten, was besonders beim Durchparieren deutlich wurde. Im Anschluss wurde Karin Bardenbacher sogar von anderen Reitern angesprochen, die erst am Turniertag von diesem besonderen WB erfahren hatten und gerne mitgeritten wären.

WBO-Angebote sollen erweitert werden

Das Fazit der erfahrenen Richterin: „Die Reiter haben verstanden, dass gebisslos zu reiten nicht einfacher ist, es ist nur ein anderer Weg. Das zeigte sich in der erkennbar soliden Grundausbildung mit dem gebisslosen Reiten als Sahnehäubchen“. Auf die Frage, wie es denn mit solchen WB nun weitergehen könne, antwortete Karin Bradenbacher: “Wir müssen mehr über den Tellerrand schauen. In der Westernreiterei werden auch junge Pferde oft gebisslos geritten. Ich kenne auch viele erfolgreiche Dressurreiter, die ihre Pferde zwischendurch gebisslos reiten. Daher bin ich der Meinung, dass das WBO-Angebot erweitert werden muss. Dazu müssen wir das Bewertungssystem überarbeiten, denn es muss auch geklärt werden, welche gebisslosen Zäumungen wir zulassen wollen. Wir müssen offen und bereit sein, andere Meinungen gelten zu lassen, so lange sie pro Pferd sind.“

Wir FreiZeitReiter sagen: „ Es geht doch“! :-)