Nägel mit Köpfen – FN gibt Wanderreitern mehr Kompetenz

„Das war ein hartes Stück Arbeit“, fasst Uwe Göbel, Vorsitzender der ETCD FreiZeitReiter die letzten Monate erleichtert zusammen. Der Ausbilder für Wanderreiter und Jagdreiter war maßgeblich daran beteiligt, den Wanderreitern in der neuen Ausbildungsprüfungsordnung (APO) mehr Möglichkeiten zu eröffnen. Das ist gelungen.

Dass Wanderreiter umfassend ausgebildet sein müssen, da waren sich FN, Pferdesportverbände und die ETCD FreiZeitReiter e.V. einig. Aber wie die Erfahrungen der Reiter, die vorrangig praktisch geprägt sind und die Erfordernisse der Verbandsvertreter, die die Richtlinien gewahrt sehen wollen, auf eine (Ausbildungs-) Linie gebracht werden können, das war eine ganz andere Nummer.

So lautet das Ergebnis:

1.      Der Wanderreitführer darf in Kooperation mit einem Trainer C den Vorbereitungskurs für Wanderreiter und Jagdreiter durchführen

Außerdem wurden die Regeln für die Prüfungskommission flexibler gestaltet. In Zukunft gibt es mehr Möglichkeiten für die Prüfungsabnahme.

2.      Es ist nicht mehr zwingend ein Richter Breitensport vorgeschrieben. Der zuständige Landesverband kann stattdessen zwei Sachkundige benennen, die über ausreichend Wanderreiterfahrung verfügen.

So sollen in Zukunft auch erfahrene Wanderreiter verstärkt an der Ausbildung von Wanderreitern beteiligt werden.

Außerdem beinhalten die Ausbildungen in Zukunft weniger Theorie, dafür mehr Praxis. (Das war uns sehr wichtig)

Was ist mit dem Pferdeführerschein?

Auch wir ETCD FreiZeitReiter dürfen in Zukunft mit qualifizierten Ausbildern Pferdeführerscheinlehrgänge anbieten.

Es gibt zwei Pferdeführerscheine

1.  Umgang, der auch das Führen von Pferden im öffentlichen Raum (Spazierengehen, wandern mit dem Pferd) beinhaltet.

Auch hier geht es um Freizeit- und Wanderreiter. Viele haben sich geäußert, dass sie mit ihrem Pferd zu Fuß unterwegs sein wollen bzw. sind.

Bislang war aber genau das von Ausbildungen und Prüfungen nicht erfasst. Nun könnte man sich fragen, warum das nötig ist. Es funktioniert doch. Nein, das tut es nicht. Jedenfalls nicht immer. Und wenn es nicht funktioniert, kann das zu scheusslichen Unfällen führen. Das wollen wir alle nicht. Auch die daraus resultierenden Folgen nicht, wie die Diskussion, warum Pferde überhaupt im öffentlichen Raum unterwegs sein müssen, wo das doch grundsätzlich „nicht mehr zeitgemäß ist“, so zumindest häufig zu lesende Reaktionen.

Mit dem Pferdeführerschein haben die Pferdehalter und Wanderer mit Pferd die Möglichkeit, ihre Kompetenz nicht nur mit Worten nachzuweisen, sondern mit einer Prüfung. Die ist auch nicht so ganz ohne, für einen erfahrenen Pferdehalter mit einem gut ausgebildeten Pferd aber gut zu schaffen. Das bedeutet aber auch: Wer meint, er kann mit seinem nicht sicheren Pferd spazieren gehen und wer seine Schwächen nicht erkennt, der fällt bei dieser Prüfung durch! Und damit haben wir einen Risikofaktor weniger auf der Straße. Unsere gut ausgebildeten Pferdeleute hingegen werden die Prüfung mit Bravour bestehen und damit eine Vorbildfunktion einnehmen.

2. Reiten

Der Pferde FS ist eine Erweiterung des Reitpasses.

Beide Varianten werden zum 1.1.20 eingeführt. Der Reitpass verliert seine Gültigkeit nicht. Eine entsprechende Prüfung wird aber nicht mehr angeboten. Ziel ist:

·         Mehr Kenntnisse über das Ausreiten

·         Mehr Fokus auf das Tierwohl und den Tierschutz

·         Sicherheitsrelevante Aspekte (auch um dem Begriff Führerschein gerecht zu werden)

Wir danken der FN für die konstruktiven Gespräche und allen Entscheidungsträgern für die fruchtbaren Diskussionen. Die Entscheidungen bringen uns Wanderreiter einen großen Schritt weiter.

Das gilt besonders, weil die FN zum ersten Mal die Kompetenz der Ausbildungsberechtigung auch an der Erfahrung der Reiter festmacht und nicht an absolvierten Prüfungen.

Das ist einzigartig und seit 1905 vermutlich die erste Entscheidung dieser Art. Wir sind schon etwas stolz, dass wir maßgeblich daran beteiligt waren, ganz besonders unser Vorsitzender Uwe Göbel, der sich mehrmals nach Warendorf aufgemacht hat und nicht müde wurde, den Weg für die Wanderreiter freizumachen.

CS

Foto: Uwe Göbel