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Schädlingsbekämpfung im Pferdestall

Als Pferdehalter sind wir zunächst Tierfreunde. Trotzdem wollen wir keine durchgeknabberten Kabel (Brandschutz), keine angefressene Ausrüstung und keinen Ratten- oder Mäusekot auf Heu und Stroh und noch weniger die Kadaver verendeter Tiere in den Ställen, auf den Weiden oder im Raufutter. Das Thema Stallhygiene ist daher für uns alle wichtig, auch bei reiner Außenhaltung.

Sind Mäuse und Ratten ein Problem?

Nager finden in der Nähe der Tierhaltung sehr gute Lebensbedingungen. Sie verwenden die Materialien zum Nestbau und sie bedienen sich am Pferdefutter. In geringer Zahl stellen sie kein Problem dar, nehmen sie aber überhand, werden sie zu einer echten Gefahr, z.B. durch die Übertragung von Infektionskrankheiten. Nager verbreiten außerdem Leptospiren, die bei Pferden die gefürchtete Periodische Augenentzündung auslösen können. Sie sind Verbreiter von Botulismus und Salmonellen. Gelangen die Exkremente der Nager ins Futter, drohen weitere Erkrankungen, wie Leberschäden, Koliken und Hufrehe. Das bedeutet nicht, dass die Nager mit übertriebener Hygiene systematisch bekämpft werden müssen. Es bedeutet in erster Linie, dass wir sorgfältig auf das schauen müssen, was wir verfüttern. Das hilft, bzw. ist selbstverpflichtend:

 

  • Futtertonnen verschließen
  • Brot und Leckerlies nicht herumliegen lassen
  • Futtersäcke sicher aufbewahren
  • Heu, Stroh und Silage vor dem Verfüttern auf Geruch und Verunreinigungen prüfen
  • Kot von Nagern oder Sichtungen von Nagern dem Stallbesitzer melden
  • Stallkatzen halten
  • Elektrokabel regelmäßig auf Nagerspuren überprüfen
  • Auf Trittsiegel und Fraßspuren von Nagern achten

 

Maßnahmen gegen Schädlinge

In Pferdeställen wird es immer Mäuse geben. Normalerweise halten Katzen den Bestand klein. Wenn dann auch noch das Futter gut verschlossen aufbewahrt wird, werden Mäuse für gewöhnlich nicht zu einem Problem. Passiert es dennoch, ist es Zeit für eine Grundreinigung. Futterkammer und Sattelkammer sollten ausgeräumt und gründlich gereinigt werden. Hier zeigen sich oft schon Hinweise auf Nester und vielleicht auch der Grund für die rasante Vermehrung, z.B. weil die Tiere doch eine Futterquelle gefunden haben. Falls möglich sollten die Pferdehalter dann einen Blick hinter die Wandverkleidung und unter den Fußboden werfen. Möglicherweise zeigt sich hier das wahre Ausmaß. Die anschließende gründliche Reinigung bezieht den Einsatz von Desinfektionsmitteln ein, denn über den Kot der Schädlinge können Krankheiten übertragen werden.

Ratten im Stall

Dass Meerschweinchen im Pferdestall gegen Ratten helfen, ist ein Gerücht. Ratten lassen sich durch das Fiepen von Meerschweinchen nicht abhalten, sind für die kleinen Haustiere aber gefährlich. Terrier hingegen können hingegen durchaus Ratten gefährlich werden. Allerdings sollte man bedenken, dass Ratten sich nicht bereitwillig töten lassen, sondern sich heftig wehren können. Das gilt für Angriffe von Hunden und Katzen. Sollten also die tierischen Helfer unbekannte Verletzungen aufweisen, die auch sehr klein sein können, empfiehlt sich der Gang zum Tierarzt, denn die Gefahr einer Infektion ist hoch.

Gift im Pferdestall

Der Einsatz von Gift im Pferdestall ist problematisch, ganz besonders, wenn es nicht nur Pferde, sondern auch Katzen und Hunde im Stall und auf dem Gelände gibt. Mit Sachverstand und Sorgfalt können Pferde vor dem Gift geschützt werden. Bei Hunden und Katzen ist das deutlich schwieriger. Schließlich sind geschwächte Mäuse und Ratten für Katzen und Hunde besonders interessant. Führt kein Weg am Gift vorbei, sollten Hunde bis zum Ende der Maßnahme nur angeleint am Stall geführt werden. Katzen müssen leider vorübergehend eingesperrt bleiben. Falls das nicht möglich ist, empfiehlt sich die vorübergehende Unterbringung in einer Tierpension. Ist das auch nicht möglich, weil die Katzen zu wild sind, ist der Kammerjäger der richtige Ansprechpartner. Er kann zusammen mit den Stallbesitzern die verschiedenen Maßnahmen prüfen, bei denen der größtmögliche Schutz der Katzen gewährleistet ist.

Ein Plan muss her

In die Schädlingsbekämpfung müssen alle Einsteller einbezogen werden. Vor allem auf größeren Anlagen ist es wichtig, umfangreich zu informieren, damit Besucher mit Kindern und Hund gewarnt sind. Gut sichtbare Warnhinweise signalisieren Transparenz und reduzieren die Risiken erheblich. Mit dem Schädlingsbekämpfer zusammen wird ein Plan erstellt, über den dann auch die Einsteller und Reitbeteiligungen informiert werden. Hierfür empfiehlt sich eine Informationsveranstaltung, die sich auch sehr gut dazu eignet, um Unterstützung zu bitten und an die Eigenverantwortlichkeit zu appellieren. Anhand von Grafiken oder Fotos lässt sich bei dieser Gelegenheit den Pferdefreunden leicht vermitteln, wie und wo das Futter in Zukunft gelagert werden soll. Bestenfalls liefert der Stallbetreiber fertige Lösungen. Dazu können auch fest verschließbare einheitliche Futterbehälter gehören, die zur Verfügung gestellt werden. Für die Zukunft empfehlen sich Kontrollen und noch einmal: Die Anschaffung von Katzen.