Wanderreiter- Ausbildung bei ETCD-DieFreiZeitReiter auf Basis der APO (Allgemeine Prüfungsordnung der FN)

 

Inhalt:

  • Warum Ausbildungen und Prüfungen?
  • Reiterpass (Inhalt und Voraussetzungen=
  • Wanderreiter 1
  • Wanderreiter 2
  • Berittführer
  • Wanderreitführer
  • Ausbilder der ETCD FreiZeitReiter

 

Ausbildung bei den ETCD Freizeitreitern zum Wanderreiter (I+II), Berittführer, Wanderreitführer

Ein Wort vorab – Wie bilden wir aus?

Wir sind erfahrene Wanderreiter und auch Ausbilder. Unsere Qualifikationen haben wir bei der FN nachgewiesen und die Anerkennung erhalten. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung ist bis heute mit über 700.000 Mitgliedern der Dachverband der Reiter und Fahrer. Was viele nicht wissen ist, dass die FN seit Jahrzehnten erfolgreich Wanderreiter und Freizeitreiter ausbildet. Aber nicht nur das. Die FN fordert auch Sportreiter und zukünftige Sportreiter auf, sich im Reiten im Gelände fortzubilden.

Ob Ihr in Zukunft Wettkämpfe bestreiten wollt, Euch gerne fortbildet oder die Bestätigung wollt, dass Ihr das nötige know-how habt, mit unseren Ausbildungen und Prüfungen seid Ihr auf der sicheren Seite.

Das gilt übrigens auch, wenn Ihr in Zukunft selbst ausbilden wollt. Wir unterstützen Euch auf Eurem Weg.

Es ist zwar schöner, nur durch Wälder und Felder zu reiten, Wanderreiter müssen aber auch Straßen passieren

Foto: Uwe Göbel

Warum der Deutsche Reiterpass?

Natürlich geht es um das Wohl der Pferde und die Sicherheit von Mensch und Tier. Der Deutsche Reiterpass hat aber noch eine weitere wichtige Aufgabe, und das ist das Reitrecht.

Wir sind heute sehr weit davon entfernt, überall dort reiten zu dürfen, wo wir wollen. Das Reitwegerecht ist Ländersache. NRW macht mit Stand 2019 vor, was für ein Chaos daraus entstehen kann. In Hessen ist das Reitwegerecht wiederum recht liberal. Aber das kann sich sehr schnell ändern. Dazu muss sich der Reiter mit der Straßenverkehrsordnung, Straßenverkehrszulassungsordnung und der Fahrerlaubnisverordnung auskennen. Die StVo regelt das Verhalten im Straßenverkehr. Die Straßenverkehrszulassengsverordnung regelt in Bezug aufs Pferd u.a. die Bedingungen zur Pferdeausrüstung, während die Fahrerlaubnisverordnung regelt in Bezug auf das Pferd, wer das Pferd im Straßenverkehr führen darf.

Erste Hilfe – Wissen, das im Ernstfall Leben rettet. Auch das gehört zum Reiterpass und selbstredend auch zu den aufbauenden Prüfungen. Aus der Erfahrung müssen wir sagen, kein Erste-Hilfe-Kurs ist umsonst. Die Dankbarkeit, im Ernstfall zu wissen, was zu tun ist, ist grenzenlos.

Gesunderhaltend reiten

Nein, das Pferd ist nicht geboren,  einen Menschen zu tragen. Ebensowenig wie der Mensch dazu geboren ist, acht Stunden täglich zu stehen oder zu sitzen. All das lässt sich aber schadlos und mit Freude bewältigen, wenn Mensch und Tier gesunderhaltend gymnastiziert werden. Deshalb beinhaltet auch der Reiterpass das Reiten auf dem Platz. Defizite werden in Kursen und zusätzlichen Stunden ausgeglichen. Das genügt aber nicht. Gesunderhaltend zu reiten ist ein Prozess, der die Bereitschaft erfordert, sich ständig weiterzubilden. Das gilt in erster Linie der Gesundheit des Pferdes, aber auch der des Reiters, denn ein schiefer oder steifer Reiterkann nicht elastisch sitzen und es darf nicht die Aufgabe des Pferdes sein, ein solches Defizit auszugleichen. Wer sich weiterbildet, hat seine Schwächen erkannt und wird sich verbessern.

Wir schauen uns an, wie Ihr sitzt und helfen Euch, besser zu werden.

 

Deutscher Reiterpass – unterwegs in Feld und Flur

Für den Deutschen Reiterpass werdet Ihr zugelassen, wenn Ihr den Basispass Pferdekunde vorweisen könnt (oder das Reitabzeichen RA 7 und RA6)

Für den normalen Freizeitreiter ist der Reiterpass keine Herausforderung. Allerdings sind manche Dinge bereits so in Fleisch und Blut übergegangen, dass sie ohne Verwirrung auf Kommando vielleicht gar nicht abrufbar sind. Es lohnt sich also, sich mit den Voraussetzungen zu befassen!

Dazu gehört, dass das Pferd mindestens vier Jahre alt sein muss. Pro Pferd dürfen nur zwei Reiter an der Prüfung teilnehmen.

 

Zu absolvieren sind zwei Teilprüfungen, bestehend aus Praxis und Stationsprüfungen

Der praktische Teil beinhaltet das Vorbereiten des Pferdes, Reiten in allen Gangarten im Gelände, inklusive Überholen und Wegreiten, korrektes Überqueren der Straße, Klettern, Wasserdurchritt ist möglich.

 

Die Stationsprüfungen beinhalten das Basiswissen zum Sitz und Hilfegebung, zur Pferdehaltung, Erkrankungen, wie auch das Verhalten im Gelände und im Straßenverkehr. Abgefragt werden außerdem die Rechtsvorschriften, wie Haftung, Tierschutzgesetz und Straßenverkehrszulassungsverordnung

Springen ist möglich, aber nicht verpflichtend! Falls ja, sind drei bis vier feste Hindernisse mit einer Höhe von 60 bis 70 cm üblich. Das können zum Beispiel Baumstämme sein. Im Gelände muss der Reiter eine Strecke allein galoppieren. Leichter Sitz wird verlangt.

Der Reiter muss das Pferd außerde, an der Hand vorstellen und Ausrüstung von Reiter und Pferd benennen können, Hinderniskunde und Fragen zur Kondition von Reiter und Pferd müssen ebenfalls beantwortet werden.

Info der FN  Der_Reitpass_2015(1)

 

  1. Wanderreitabzeichen 1 (WR)

Beim Wanderreitabzeichen muss der Reiter nachweisen, dass er in der Lage ist, längere Strecken mit dem Pferd zurückzulegen. Zugelassen sind Reiter, die mindestens 12 Jahre alt sind, einen 1. Hilfe-Kurs absolviert haben, den Reiterpass vorweise können und am Vorbereitungslehrgang teilgenommen haben.

Die Prüfung besteht aus zwei Teilprüfungen

Im praktischen Teil wird das Pferd an der Hand vorgestellt. Der Reiter muss außerdem Aufgaben im Gelände lösen. Dazu gehören die typischen Geländeschwierigkeiten auf einem Wanderritt, wie Steilhänge und Wasserdurchritte. Der Ritt wird nach Karte absolviert. Grundkenntnisse im Kartenlesen sind also erforderlich, werden aber in der Ausbildung vermittelt. Der Prüfungsritt dauert etwa drei Stunden. Geritten wird in der Gruppe. Es folgt eine Verfassungsprüfung. Im Rahmen der Stationsprüfungen muss der Reiter Kenntnisse in der Pferdehaltung, der Fütterung, und Versorgung unterwegs nachweisen. Dazu gehört auch das Erkennen von Krankheiten und die ersten Maßnahmen am Unfallort. Er muss außerdem in der Lage sein, einen Hufbeschlag zu beurteilen. In der Theorie sind Grundkenntnisse zum Reiten, der Ausrüstung und Ausritten gefragt. Der Reiter muss außerdem Kenntnisse zum Verhalten bei Gewitter und allgemein zur Wetterkunde nachweisen können.

 

Wanderreitabzeichen 2

Zulassungsvoraussetzung ist das WA1 und entsprechend die Voraussetzungen, die auch beim WA 1 vorliegen müssen. Der Reiter muss mindestens 14 Jahre alt sein und an einem Vorbereitungslehrgang teilgenommen haben.

In der praktischen Prüfung stellt der Reiter das Pferd mit Sattel und Trense an der Hand vor. Die Planung und Durchführung eines mehrtägigen Wanderritts wird außerdem verlangt. Der Reiter muss zeigen, dass er Aufgaben im Gelände (Steilhänge oder Wasser z.B. ) lösen kann und in der Lage ist, die Leistungsfähigkeit seines Pferdes einzuschätzen.

Kenntnisse in der Wetterkunde, das Einhalten des vorgegebenen Tempos und umfassende Kenntnisse im Natur- und Umweltschutz gehören zu den weiteren Aufgaben. Teil der Prüfung ist außerdem der Nachweis von 1.Hilfe – Kenntnissen für Reiter und Pferd. Der Prüfling muss außerdem beweisen, dass er eine Notapotheke zusammenstellen kann.

 

Der Berittführer

Der Berittführer ist qualifiziert, Reitgruppen im Gelände und im Straßenverkehr zu führen. Dabei beachtet er die gesetzlichen Bestimmungen, die Interessen des Umweltschutzes, des Tierschutzes und berücksichtigt alle Maßnahmen zur Vermeidung von Unfällen.

Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung:

  • Mitgliedschaft in einem Pferdesportverein, der einem der FN angeschlossenen Landes- und/oder Anschlussverbände angehört
  • Vollendung des 18. Lebensjahres
  • einwandfreie charakterliche Haltung und Führung, Vorlage eines erweiterten
  • polizeilichen Führungszeugnisses, nicht älter als 6 Monate
  • Besitz des RP und einschlägige reiterliche Erfahrungen (Reitweise beliebig) oder des WRA 3
  • Nachweis eines Erste-Hilfe-Kurses, der nicht länger als 2 Jahre zurückliegt
  • Teilnahme an einem Einführungswochenende, sofern vom LV vorgeschrieben
  • Teilnahme an dem Vorbereitungslehrgang.

Die Prüfung:

  1. Praktisches Reiten: Reitweisenübergreifende sichere Leitung und Weisung einer Gruppe im Gelände und Straßenverkehr sowie Reiten mit Handpferd
  2.  Praktische Unterrichtserteilung: Reitweisenübergreifende Vermittlung von Basiswissen zum Aufbau und zur Gestaltung von Ausritten; Erfüllung der Aufsichtspflicht und Vermeidung von Unfallgefahren; Berücksichtigung der altersspezifischen Entwicklung und Leistungsfähigkeit
  3. Mündliche/schriftliche Prüfung über:
  • Reitlehre (Grundwissen zur Reitlehre und zur Ausrüstung – Reitweisen-übergreifend)
  • Sportartbezogenes Basiswissen (Überprüfung der Handlungs- und Vermittlungskompetenz in: Planung und Durchführung von Ausritten unter Beachtung der Rechtsgrundlagen sowie unter Einhaltung umweltvertraglicher Verhaltensweisen)
  • Pferdehaltung und Veterinärkunde (Sicherstellung des Gesundheitszustandes des Pferdes; Versorgung des Pferdes unterwegs; Erkennen von Krankheiten und zu ergreifenden Maßnahmen im Notfall)

Lehrgang und Prüfung erfolgen:

  • bei von den LV benannten Fachschulen oder
  • auf Vorschlag des LV an anderen Ausbildungsstätten, sofern die Genehmigung der FN vorliegt.

Der Lehrgangsleiter, der mindestens im Besitz des Trainer C – Reiten mit gültiger DOSB- oder BLSV-Trainerlizenz – bzw. Pferdewirt – Fachrichtung Klassische Reitausbildung mit gültiger DOSB-Trainerlizenz oder gültigem BBR-Fortbildungsnachweis oder Fachrichtung Spezialreitweisen mit gültigem BBR-Fortbildungsnachweis – bzw. Pferdewirtschaftsmeister – Teilbereich Reitausbildung – sein muss, wird vom Veranstalter mit Genehmigung der LK bzw. des LV bestimmt.

 

Quelle: Deutsche Reiterliche Vereinigung, Pferd-aktuell: hier

 

Wanderreitführer

Der Wanderreitführer ist in der Lage, einen Wanderritt mit mehreren Teilnehmern über mehrere Tage zu leiten. Er ist außerdem qualifiziert, Wanderreiter auf der Einstiegsebene auf Wanderreiter-Wettbewerbe vorzubereiten. Wanderreitführer kann nur werden, wer bereits qualifizierter Berittführer ist.

Die Prüfung umfasst einen praktischen, mündlichen und schriftlichen Teil.

Voraussetzungen für die Zulassung sind:

  • Mitgliedschaft in einem Pferdesportverein, der einem der FN angeschlossenen Landes- und/oder Anschlussverbände angehört
  • Vollendung des 18. Lebensjahres
  • einwandfreie charakterliche Haltung und Führung, Vorlage eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses, nicht älter als 6 Monate
  • Nachweis der Qualifikation „Berittführer“ (Reitweise beliebig)
  • Besitz des Wanderreitabzeichens Stufe 2
  • Teilnahme an einem Lehrgang zum Wanderreitführer; der Lehrgang umfasst 45 LE à 45 Minuten

 

1. Praktisches Reiten: Vorbereiten und erfolgreiches Absolvieren eines möglichst mehrtägigen Wanderrittes in fremdem Gelände mit Gruppenführungsaufgaben bei wechselnden Quartieren

2. Praktische Unterrichtserteilung

  • Grundlagen der Pädagogik (u.a. Gruppenmanagement unterwegs)
  • altersspezifische Entwicklung und Leistungsfähigkeit (Kinder/Jugendliche, Erwachsene) und Konsequenzen fur Aufbau und Gestaltung von Wanderritten
  • Aufsichtspflicht und Unfallverhütung

3. Mündliche und schriftliche Prüfung über:

  • Reitlehre ( Vorbereitung des Reiters auf mehrtägige Wanderritte sowie auf Einstiegswettbewerbe auf diesem Gebiet; Ausrüstung, Sattel und Zäumung, weitere einschlägige Ausrüstungsgegenstände)
  • Sportartbezogenes Basiswissen, Überprüfung der Handlungs- bzw. Vermittlungskompetenz in:

a) Organisation, Sport und Umwelt, Sicherheit
– Vorbereitung und Durchführung von Wanderritten
– Einsatz von Karte (Messrad) und Kompass, Wetterkunde
– Teilnahme an Wettbewerben
– reiterlicher Natur- und Umweltschutz, Schutzkategorien und Konsequenzen
– Sicherheit im Pferdesport

b) Pferdehaltung und Veterinärkunde
– gezielte Vorbereitung des Pferdes auf mehrtägige Wanderritte sowie auf Einstiegswettbewerbe auf diesem Gebiet
– Beurteilung der Verfassung des Pferdes (Reittauglichkeit)

c) touristische Aspekte des Wanderreitens
– Attraktivität der Streckenführung
– kulturhistorische und biologisch/ökologische Besonderheiten

Lehrgang und Prüfung erfolgen:

  • bei von den LV benannten Fachschulen oder
  • auf Vorschlag des LV an anderen Ausbildungsstätten, sofern die Genehmigung der FN vorliegt.

Der Lehrgangsleiter, der mindestens im Besitz des Trainer B – Reiten mit gültiger DOSB- oder BLSV-Trainerlizenz – bzw. Pferdewirt – Fachrichtung Klassische Reitausbildung mit gültiger DOSB-Lizenz oder gültigem BBR-Fortbildungsnachweis
oder Fachrichtung Spezialreitweisen mit gültigem BBR-Fortbildungsnachweis – bzw. Pferdewirtschaftsmeister – Teilbereich Reitausbildung – sein muss, wird vom Veranstalter mit Genehmigung der LK bzw. des LV bestimmt.

Nach bestandener Prüfung erhält der Teilnehmer ein Zertifikat. Quelle. Deutsche Reiterliche Vereinigung, Pferd-aktuell: Wanderittführer.

 

Ausbilder bei den ETCD FreiZeitreitern

 

-> Uwe Göbel (Bad Hersfeld), Kontakt uwe.goebel@diefreizeitreiter.de, Kontakt Reitverein Fuldawiesen

-> Jacqueline Orth (Ludwigshafen), Pferdewirtschaftsmeisterin Trainer B FN,

Kontakt:  info@leuchtfeuerhof.de, www.leuchtfeuerhof.de

 

 

 

Beitragsbild: Uwe Göbel