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Bodenarbeit – FN geht neue Wege und wir schauen uns das an

Was für die meisten Freizeitreiter seit Jahren Selbstverständlichkeit, ist für die FN Neuland. Zwar ist Trainern und Ausbildern die Wirkung der Körpersprache vertraut, wieso aber das Führen über und durch simulierte Hindernisse die Ausbildung des Pferdes bereichern soll, das war bislang vielen suspekt.

Was stört die FN an der Bodenarbeit?

Zunächst einmal: gar nichts! Was aber viele FN-Richter und Ausbilder irritiert hat, das war die Tatsache, dass Freizeitreiter dazu neigen, Probleme vom Boden aus zu lösen.

Der Freizeitreiter erklärt sich den Sportreitern

„Absteigen ist durchaus sinnig“, sagen wir Freizeitreiter, schließlich gehen wir hier an die Basis zurück. Schon das junge Freizeitpferd wird viel an neue Gegebenheiten herangeführt, lernt zu vertrauen und sich auf neue Situationen schneller einzustellen. Der „Reiter“ schult seine Körpersprache. Vom Boden aus sieht er die kleinste Reaktion schneller und lernt sich schon in das junge Pferd einzufühlen.

Das ist aber noch nicht alles. Die meisten Freizeitreiter halten ihre Pferde in Eigenregie. Sie führen sie zu und von Weiden, reiten nicht nur, sondern gehen auch mal mit dem Pferd spazieren. Und das muss funktionieren, und zwar ohne Risiko. Ganz besonders deutlich zeigt sich das beim Wanderreiten. Es dürfte keinen Wanderreiter geben, der nicht schon Situationen bewältigen musste, die vom Pferderücken aus viel zu gefährlich waren. Also wird abgestiegen. Beim Wanderreiten kann eine solide Basis der Bodenarbeit Leben retten. Vertrauen gegen Vertrauen. Signal für Verständigung und das auf beiden Seiten.

Und beim Trail? Trailreiter im Training zeigen ihren Pferden das Hindernis, bevor sie ihr Pferd hindurch manövrieren. Sie nehmen sich Zeit und analysieren die emotionale Rückmeldung des Pferdes. Und wenn sie merken, dass ihr Pferd überfordert ist, dann setzen sie an der Stelle nicht unbedingt auf die auf reiterliche Hilfe. Sie steigen eher ab mit den Worten: „Warte, ich erklär dir das“. Dann gehen sie zu Fuß durch die neue Herausforderung und das Pferd wird ihnen aufmerksam und voller Vertrauen folgen. Und ganz ehrlich: Viele Freizeitreiter fühlen sich in gefährlichen Situationen neben dem Pferd sicherer als auf seinem Rücken.

Der Sportreiter erklärt sich dem Freizeitreiter

Bodenarbeit wirkt immer etwas umständlich. Das kann ja vorkommen, dass man absteigt und vorgeht, aber die Bodenarbeit wirkt manchmal wie eine eigene Philosophie. Da muss ein Halfter drauf und ein langer Strick. Die Situation ist dann aber schon wieder gestellt. Das nützt einem aber in einer Konfliktsituation nur bedingt. Wenn wir dann hektisch abspringen müssen, anstatt dem Pferd mit reiterlicher Kompetenz von oben zu helfen, verwirren wir es nur zusätzlich. Es ist aber schon faszinierend, was viele Freizeitreiter mit ihren Pferden schaffen. Die gehen ja nur auf ein Fingerschnippen durch eine Stangengasse. Und ganz ehrlich: viele Sportreiter fühlen sich in gefährlichen Situationen auf dem Pferd sicherer als daneben.

 

Und nun?

Ganz einfach: Die FN hat sich die Freizeitreiter, die Wanderreiter und die Trails angesehen und ist zu dem Schluss gekommen, etwas für eine bessere Verständigung zu tun. „Na, dann lasst mal sehen“, grinst der Freizeitreiter und „OMG“ ruft der Sportreiter. Jedenfalls gibt es jetzt das Abzeichen Bodenarbeit von der FN.

Wird das eine Fortsetzung der GHP, die so schön begonnen und so schmählich untergegangen ist?

Das bleibt abzuwarten. Aber im Landgestüt Dillenburg (Hes) wurden kürzlich FN-Ausbilder an die Ausbildungskriterien für die Bodenarbeit herangeführt. Die Reaktion der Pferde war frappierend und auch die anwesenden Ausbilder, die im Anschluss die Zusatzqualifikation Bodenarbeit FN erwarben, zeigten sich überrascht und beeindruckt.

Mal gemeinsam was veranstalten

Es ist natürlich ein schönes Gefühl, wenn man sich in zwei Lagern lange nicht einig war und plötzlich die „Gegenseite“ von allein einen Schritt in die neue Richtung unternimmt. Umso wertvoller ist ein solcher Schritt, wenn er aus freien Stücken und aus ehrlichem Interesse geschieht.

>Die FreiZeitReiter können das auch. Mitglieder, die Lust haben, das FN Abzeichen „Bodenarbeit“ zu erwerben oder einfach so an einem solchen Kurs teilnehmen möchten, können sich schon jetzt anmelden.

Und weil die FreiZeitReiter e.V. auf Nummer Sicher gehen, sind die Veranstalter der Kurse nicht nur Absolventen der FN-Fortbildung in Dillenburg, sondern selbst erfahrene Ausbilder für Freizeitreiter und auch deshalb eure kompetenten Ansprechpartner.
Ja, wie komm ich denn da hin?

 

Das geht auch so:  Die Ausbilder kommen zu euch auf den Hof. Ihr habt die Wahl zwischen

–          Uwe Göbel (Bad Hersfeld) http://rsv-fuldawiesen.de/

 

–          Antje Römer-Stauber, Kirchhain-Kleinseelheim http://www.roemerpfer.de/kontakt.html

 

–          Julia Schwehn, Herborn-Seelbach http://www.thegentletouch.de/index.php/de/tgt-methode/tgt-bodenschule/81-profil/404-profil-julia-schwehn

 

 

Ihr bekommt also nicht nur die Vorstellungen der FN für das neue Abzeichen präsentiert, sondern könnt auch eure konkreten Vorstellungen, Sorgen und Ideen loswerden.

Die Lehrgänge umfassen 20 Lerneinheiten mit je 45 Minuten. Die Teilnehmerzahl ist auf 8 Personen mit je einem Pferd beschränkt, damit genügend Zeit bleibt, sich auf jeden Teilnehmer einzustellen.

Ich interessiere mich dafür, was muss ich bieten?

Sicherheit geht vor. Deshalb solltest du einen eingezäunten Platz zur Verfügung können, der einen tauglichen Boden hat. Du brauchst übrigens keine Vorkenntnisse in der Bodenarbeit. Die FreiZeitReiter-Trainer holen die Teilnehmer dort ab, wo sie stehen.

Ich habe keine Anlage, will aber gerne an einem solchen Kurs teilnehmen

Das ist kein Problem. Alle drei Kursleiter bieten auch Bodenarbeitskurse auf ihrer Anlage an. Du kannst dein Pferd mitbringen oder du nimmst ein Schulpferd.

Kurs ohne Prüfung möglich?

Aber sicher. Du musst den Kurs nicht mit einer Prüfung abschließen, sondern kannst auch so teilnehmen.

Was kostet das?

Der Lehrgang kostet 150 Euro. Für DieFreiZeitReiter-Mitglieder 120 Euro (Mitgliedschaft 24 Euro pro Jahr)

Dein Pferd kann für 20 Euro pro Nacht auf der Anlage bleiben

Das Schulpferd kostet dich 10 Euro pro Tag.

Hinzu kommen 10 Euro für die Anlagennutzung pro Tag

Deine Übernachtung ist für 30 Euro möglich.

Anmeldungen und weitere Fragen: nina.weitzel@diefreizeitreiter.de

Tel 02771 803420 Fax 02771 803420

In den nächsten Wochen stellen wir dir die Bodenarbeits-Trainer der FreiZeitReiter einzeln vor. Im Anschluss geht es weiter mit den Hindernissen.