Borreliose – Erkrankung – Diagnose – Therapie

Borreliose ist eine Erkrankung, die durch spiralige Bakterien übertragen wird und in den 70ern (Quelle: Universität Heidelberg) das erste Mal beschrieben wurde. Gefährlich ist sie, weil ihre Erreger in der Lage sind sich zu tarnen und die Symptome sich kaum eindeutig zuordnen lassen. Schätzungen zufolge erkranken jährlich 30.000 bis 40.000 Menschen an Borreliose. Andere Quellen berichten von bis zu 60.000 Erkrankten jährlich. Bei Tieren ist die genaue Zahl unbekannt.

Wer überträgt die Borreliose?

Bislang gelten vor allem Zecken als Übertrager. Dazu müssen sie die Bakterien in sich tragen. Auch hier ist die Dunkelziffer hoch. Experten mutmaßen, dass 35 % der Zecken Träger sind. Als weitere mögliche Überträger gelten aber auch alle stechenden oder beißenden Insekten und Spinnen. Vor allem Bremsen werden seit einiger Zeit im Zusammenhang mit Borreliose häufiger genannt. Als Grund gilt hier der relativ große Rüssel, der eine Übertragung theoretisch  macht.

Allerdings wird davon ausgegangen, dass nicht mehr als 6 % der gestochenen Menschen sich tatsächlich anstecken, denn das  Immunsystem ist durchaus in der Lage, Antikörper gegen die Bakterien zu bilden.

Welche Symptome können beim Menschen auftreten

Die Wanderröte ist eine der häufigesten beschriebenen Symptome. Sie tritt aber nur in etwa der Hälfte der Fälle auf. Dazu ist wichtig zu wissen, dass eine Übertragung der Borrelien durch Zecken überhaupt erst möglich wird, wenn die Zecke mindestens 12 Stunden in der Haut verbleibt. Die größtmögliche Übertragungswahrscheinlichkeit liegt in der Spanne zwischen 48 und 72 Stunden. Weitere mögliche Symptome sind:

  • Müdigkeit
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Erkrankungen Herz-Kreislaufsystem

Die Borreliose verläuft in drei Phasen  (Infektion-Ausbreitung-chronisches Stadium)  zwischen denen Jahre liegen können.

Borreliose beim Pferd

Auch bei Pferden gilt, dass die Ansteckung erst dann möglich ist, wenn die Zecken mindestens 12 Stunden in der Haut sind. Die möglichen Symptome sind:

  • Gewichtsverlust
  • Mattigkeit
  • diffuse Lahmheiten
  • Koliken

Wie beim Menschen auch, kann die Borreliose einzelne Organe befassen. Daher können auch folgende Erkrankungen ihre Ursache in einer Borreliose haben:

  • Hufrehe
  • Arthritis
  • Ataxien
  • Augenerkrankungen
  • Cushing
  • Allergien

Der Nachweis ist auch bei Pferden nicht einfach. Für gewöhnlich bemühen sich Tierärzte bei Verdacht über den Antikörpernachweis eine Diagnose zu stellen. Eine weitere Möglichkeit ist eine Biopsie. Dazu wird eine Probe aus dem erkrankten Gewebe entnommen, mit der eine Kultur angelegt wird. Auch das gelingt nicht in allen Fällen.

Was hat es mit den Impfungen auf sich?

Impfungen gegen Zecken gibt es nicht! Für Menschen gibt es jedoch einen Impfstoff gegen FSME (Frühsommer Meningoenzephalitis). mit Borreliose hat das nichts zu tun. FSME kann durch Zecken übertragen werden, allerdings beschränkt sich dieses Risiko eher auf einzelne Regionen in Deutschland. Die Zahl der FSME-Erkrankungen wird mit etwa 300 Neuerkrankungen jährlich angegeben.

In den USA wurde ein Impfstoff gegen Borrelien entwickelt, der in Nordamerika zur Anwendung kommt. Allerdings gibt es in Europa mindestens drei andere Zeckenstämme, sodass die Impfstoffe angepasst werden müssen, was sich als problematisch herausgestellt hat.

Für Hunde sind Impfstoffe auf dem Markt. Die Voraussetzungen für die Entwicklung sind anders als beim Menschen. Einen Impfstoff für Pferde gibt es nicht.

Die Therapie bei Mensch und Tier

Die Behandlung erfolgt über hochdosierte Antibiotika. Allerdings ist auch das kein Garant für eine Ausheilung. Je weiter die Erkrankung fortgeschritten ist, desto weniger Erfolge sind zu verzeichnen. Dennoch gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die die Symptome lindern können. Naturheilkunde und Schulmedizin bieten hierzu viele Ansätze.

Vorbeugung gegen Borreliose

Es ist  möglich, sich mit einfachen Mitteln zu schützen. Zecken sitzen vor allem im Gras und halten sich im Vorbeigehen an den Beinen fest. Von dort aus suchen sie einen Weg an eine geschützte Stelle. Mit einer Zeckenzange lassen sie sich von menschlicher Haut auch leicht entfernen. Folgende Maßnahmen sind deshalb sinnvoll und leicht zu realisieren:

  • lange Hosen
  • Socken über die Hose ziehen
  • lange Ärmel
  • Zeckenschutz auftragen
  • am Abend die Haut absuchen
  • Zeckenzange griffbereit halten

Je früher die Zecke entfernt wird, desto besser!

Abwehrmaßnahmen für Tiere

  • Zeckenschutz auftragen
  • einmal täglich gründlich absuchen
  • im Haus: Umgebung absuchen

Das Fazit

Auch wenn sich die Symptome und die Zahl der Erkrankten bedrohlich lesen, die Gefahr einer Ansteckung ist gering. Wer für ausreichenden Schutz sorgt und nach einem Stich/Biss bei unklaren Symptomen einen Arzt aufsucht, kann das Risiko außerdem  deutlich minimieren.