DFZR auf der EQUITANA – ein Resümee

 

Nur wenige Wochen am Start, präsentierten sich Die FreiZeitReiter auf der Equitana 2013 in Essen mit einem eigenen Stand. In Halle 2, der sogenannten Freizeitreiterhalle, demonstriert seit Jahren auch DFZR-Vorstandsmitglied Peter Pfister mit seinen Vorführungen, wie vielseitig und anspruchsvoll Freizeitreiten sein kann. Auch in diesem Jahr war er mit vor Ort und machte die Messebesucher auf unseren Stand aufmerksam.

Während der neun Messetage konnten wir viele Gespräche mit interessierten Messebesuchern, kritischen Freizeitreitern und Verantwortlichen anderer Verbände führen. Unter anderem VFD-Bundesvorsitzender Hanspeter Hartmann war begeistert von der Idee der FreiZeitReiter, eine Heimat für alle sein zu wollen. „Ihr füllt genau die Lücke, die es zwischen organisiertem Turniersport der FN, uns und all den Freizeitreitern da draußen gibt, die sich für vielfältige Ausbildung und Beschäftigung mit ihrem Partner Pferd interessieren“, so sein Statement. Und recht hat er damit.

Ein Punkt im Vereinsprogramm wurde jedoch immer wieder hoch erstaunt zur Kenntnis genommen und diskutiert: „Wie, ihr wollt wirklich für alle Freizeitreiter da sein?“, das war die wohl am häufigsten gestellte Frage. Ja, wollen wir, wurde meist quittiert mit einem ungläubigen Blick. Und hier wurden auch klar die Schranken deutlich, die es in deutschen Reiterköpfen nach wie vor zu geben scheint. Vielen erschien es fast unglaublich, dass die Spannweite unseres Vereins so weit reicht: vom Wanderreiter, der tagelang mit seinem Pferd auf eigene Faust unterwegs ist, über die begeisterte Rallye-Reiterin, die von einem Orientierungsritt zum nächsten reist, über die Dame mit dem Friesen, für die Barockreiten auf dem Platz in ihrer Freizeit das Höchste ist, bis hin zum Freizeitreiter, der neben regelmässigen Ausritten, gelegentlichem Unterricht und ab und an einer Jagd vielleicht auch einmal das Turniersakko anzieht und ein Turnier nennt. Gerade bei letzterem scheinen sich die Geister zu spalten, die Frage nach gegenseitiger Akzeptanz und friedlich-freundschaftlichem Miteinander scheint zu einer existentiellen Farb-Frage zu werden und oft, sehr oft, mussten wir hören: „Die schwarz-weiß-Fraktion kann uns Freizeitreiter nicht leiden! Die wollten uns noch nie im Verein haben und früher war ich in unserem Stall immer nur der verrückte Feld-, Wald-, Wiesenreiter.“ Dass die Antwort auf die Frage schon in der eigenen Aussage begründet war, merkte dabei so gut wie niemand. Genau, FRÜHER war das wohl so, vor 20 Jahren und vielleicht auch noch vor zehn Jahren. Institutionen wie die leider inzwischen eingestellte freizeit im sattel und das Reitzentrum Reken (das im Übrigen ein Partner der FreiZeitReiter ist) haben maßgeblich dazu beigetragen, die Akzeptanz des Freizeitreitens in Deutschland zu steigern. Aber die Zeiten haben sich schon lange geändert, die Verbände nähern sich an und – viel wichtiger – den meisten Menschen sind tiefe Kluften zwischen den einzelnen Lagern auch lästig. Heute reitet der Westernreiter mit dem Springmädel aus, die Dressurtante teilt sich mit dem Gangpferdereiter den Reitplatz und beim Grillfest auf der Reitanlage trifft man sich zu einem guten Glas. Die Zeiten haben sich geändert, nur unsere Köpfe brauchen bisweilen etwas länger, um solche Veränderungen auch zu verinnerlichen.

Schranken sind hinderlich, sowohl auf dem Waldweg als auch im Kopf. Gegenseitiges Fingerzeigen und Fehler suchen, führt zu nichts außer schlechten Gefühlen, Missgunst und Streit. Geeint hingegen, Als Reiterschaft, die sich durch die Liebe zum Pferd geeint fühlt und die sich dem pferdegerechten Umgang mit dem Pferd, anspruchsvoller Ausbildung und – bei aller Ernsthaftigkeit, mit der wir unsere Passion betreiben sollten – auch dem Spaß mit dem Partner Pferd verschrieben hat, sollten Reitweise und Rasse, Kleidung und Stil, vorhandene oder nicht vorhandene Turnierambition, keine Rolle spielen. Zählen sollte der Mensch, der Reiter, und immer zuerst.. das Pferd.

Michael Woisetschläger