Die wichtigsten Tipps zum Schutz gegen Feuer im Stall

Mit der Zigarette in den Stall? Bei diesem Anblick dreht sich jedem Pferdefreund der Magen um und garantiert wird an dieser Stelle auch sofort eingegriffen. Doch die glühende Asche ist nicht der einzige Auslöser für das gefürchtete Feuer im Stall. Deshalb folgen hier einige Tipps und die Empfehlung, bei nächster Gelegenheit mit diesen Punkten im Hinterkopf durch die eigene Anlage zu gehen.

1. Funkenflug

Reiter sind zwar selten faul, aber dennoch fahren sie gerne nah an den Stall heran. Oft aus dem Grund, weil Futter oder Zubehör aus- und umgeladen werden müssen. Bei allen Kraftfahrzeugen besteht aber die Gefahr, dass es durch die Verbrennungsmotoren zum Funkenflug kommt. Ein heißer Auspuff kann ausreichen, einen ganzen Stall in Brand zu setzen, denn hier sind leicht brennbare Güter an jeder Ecke zu finden. Dazu gehören auch Spinnweben und Staub!

Deshalb gilt: Fahrzeuge immer in angemessener Entfernung parken.

2. Glühlampen

Wie jeder weiß werden Glühlampen so heiß, dass sie beim Berühren für Verbrennungen sorgen. Sie sind auch heiß genug, um Feuer auszulösen. Auch hier sind nicht nur Heu und Stroh gemeint, sondern Staub und Spinnweben.

Deshalb gilt: Glühlampen nie ohne Schutzglas in Betrieb nehmen und Vorsicht bei der Verwendung von Strahlern.

3. Kerzen, Gas- und Petroleumlampen

Gemütlich am Stall abends grillen, herrlich. Und unter Umständen lebensgefährlich.
Das gilt auch für Kerzen bei Weihnachtsfeiern oder die Petroleumlampen bei Feierlichkeiten.

Deshalb gilt: Jede offene Flamme muss weit genug entfernt sein von allem, was brennen könnte und dabei lückenlos von einem Erwachsenen beobachtet werden.

4. Elektrische Wärmegeräte

Heizlampen und Heizstrahler finden in der kalten Jahreszeit auch auf Reitanlagen Verwendung. Vor allem die Weihnachtsfeier wird deutlich gemütlicher, wenn der Strahler für die angenehme Wärme sorgt. Doch diese Wärmelieferanten sind im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich.

Deshalb gilt: Nur Geräte mit geringer Oberflächentemperatur einsetzen.

5. Heuernte

Das Thema Selbstentzündung von Heu ist allen Pferdefreunden bekannt. Dennoch passiert es jedes Jahr wieder, dass sich zu früh eingebrachtes Heu entzündet. Die Gefahr besteht bis etwa sechs Wochen nach dem Einlagern. Ab 60°C besteht akute Feuergefahr. Das gilt übrigens nicht nur für Heu, sondern für auch für alle trocken zu lagernden Futtermittel, wie z. B. Pellets.

Deshalb gilt: Grundsätzlich sechs Wochen lang die Temperatur im Heu messen. Dabei hilft eine Heusonde. Die Ergebnisse sollten notiert werden. Steigt die Temperatur auf 60°C oder darüber, sollte unbedingt die Feuerwehr informiert werden, da akute Brandgefahr besteht. Das Heu muss auseinandergezogen werden. Nur Temperaturen unter 35°C gelten als unbedenklich!

6. Osterfeuer und ähnliche Veranstaltungen

Pferdeleute sind gesellig. Das Osterfeuer ist daher in vielen Stallanlagen eine Selbstverständlichkeit. Angesichts solcher großen Feuer kommt es aufgrund der guten Vorbereitung selten zu gefährlichen Zwischenfällen.

Dennoch gilt: Holz umschichten vor dem Feuer (zum Schutz der Tiere, die dort untergekrochen sind) und die Glut am Ende der Feier sorgfältigst ablöschen. Geeignet sind Sand und Wasser. Beim Löschen mit Wasser muss berücksichtigt werden, dass durch den Temperaturschock Steine im Feuer platzen können. Besser ist es daher, Sand mit dem Trecker oder mit Schaufeln aufs Feuer zu schütten. Die Brandstelle muss nachkontrolliert werden.

7. Kabel

Vor allem in alten Stallanlagen sind die elektrischen Anlagen häufig defekt. Von solchen Anlagen geht eine sehr große Feuergefahr aus.

Deshalb gilt: Elektrische Anlage (Kabel und Steckdosen) pflegen und regelmäßig von einem erfahrenen Elektriker prüfen lassen.

Landwirtschaftliche Betriebe unterliegen den Brandschutzverordnungen, die vom Land herausgegeben werden.