Kleinvieh macht auch Mist? Mit unseren Pferden haben wir eher die großen Vertreter, für die wir verantwortlich sind. Aber darum gehts in diesem Beitrag nicht. Es geht darum, dass schon das Drehen an kleinen Stellschrauben helfen kann, Kosten zu senken.

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Es wird ungemütlich. Wegducken hilft nichts. Deshalb lieber jetzt genau prüfen, was sich als Sparmaßnahme eignet. 

 

Tierarztkosten steigen!

Ab Oktober 2022 gilt die neue Gebührenordnung. Das hört sich erstmal beunruhigend an, bei näherem Hinsehen ist das aber nicht das Hauptproblem. Der Grund: Die Gebührenordnung wurde zuletzt 1999 festgelegt. Eine Anpassung war deshalb überfällig. Zudem gibt es einen gewissen Spielraum für die Tierärzte. 

 

Unser Tipp: Schaut auf Eure letzte Tierarztrechnung. Hier seht Ihr, ob Euer Tierarzt bislang den einfachen Satz berechnet hat oder darüber liegt. Sprecht im Zweifel Euren Tierarzt an. Bedenkt, dass Medikamente ebenfalls immer teurer wurden und auch weiter teurer werden. Das hat zwar mit der Gebührenordnung nichts zu tun, aber auch diese Mehrkosten geben Tierärzte natürlich an ihre Tierbesitzer weiter. Sonst müssten sie draufzahlen. 

 

Hier drohen Probleme: Tierärzte haben ein ernstes Problem, Fachpersonal zu finden. Das hat zur Folge, dass immer mehr Praxen nur noch eingeschränkt arbeiten können, deshalb zum Beispiel ihre Notfallversorgung einstellen und keine neuen Patienten mehr annehmen. Das solltet Ihr bedenken, bevor Euer Pferd umzieht und Ihr deshalb einen neuen Tierarzt braucht! 

 

Futter wird teurer

Für die Futterherstellung ist Energie nötig. Die Futtermittelhersteller haben sich vor wenigen Wochen an die Regierung gewandt und auf ihre Systemrelevanz hingewiesen. Das nützt aber nichts, wenn das Gas tatsächlich knapp wird. Sprecht Euren Futtermittelhändler an, wenn Ihr einen erhöhten Bedarf habt, damit Ihr ggf. umplanen könnt. 

 

Strom sparen - Heizung aus!

Wenn Ihr Euer Pferd in einer Stallgemeinschaft stehen habt, sprecht das Thema Energiesparen an, bevor am Ende die dicke Rechnung kommt. 

Einigt Euch gemeinsam, wo und wie Ihr sparen könnt. Das gilt auch für Flutlichtanlagen und heißes Wasser. Je mehr Einsteller, umso akribischer lohnt sich eine Prüfung. In Vereinen ist der Vorstand zuständig. 

 

Ihr könnt auch zwei Personen im Stall wählen, die für jeden Raum und jeden Wasser- und Stromanschluss eine Liste anfertigen. Mit dem Ergebnis könnt Ihr gemeinsam einen Plan erstellen. 



Checkliste

  • Wie viele Anschlüsse gibt es und wofür werden die Anschlüsse gebraucht und wie häufig und wie lange werden sie genutzt? Ist das wirklich notwendig?
  • Gibt es Elektrogeräte, die permanent an den Strom angeschlossen sind/sein müssen? Ggf. empfiehlt sich ein Zwischenelement mit Ausschaltknopf (Etwas Strom fließt immer, auch wenn das Gerät ausgeschaltet ist)
  • Alte Elektrogeräte verbrauchen häufig sehr viel mehr Strom als neue Geräte!
  • Dudelt das Radio dauerhaft auf der Stallgasse?
  • Gibt es eine Heizung auf dem Gelände? Muss die im Winter wirklich eingeschaltet sein? Und falls ja: auf welche Temperatur? Wer kann das überwachen?
  • Bedenkt, dass in Stallgebäuden/Reiterstübchen/Sattelkammern häufig sehr alte Heizungsanlagen stehen, die Schwachstellen haben können. Ggf. daher einen Gas-Wasserinstallateur hinzuziehen. 
  • Gibt es eine Waschmaschine? Ggf. abklemmen und nicht mehr verwenden
  • Wer pflegt die Außenanlagen? Gibt es extern vergebene Aufgaben? Ist es möglich, die Aufgaben in Eigenregie zu erledigen?
  • Wird heißes Wasser im Stall gebraucht? Falls ja, wie oft und wie viel? Wie wird erhitzt? (Lieber einen Wasserkocher verwenden, als den Heißwasserhahn laufenlassen)
  • Gibt es eine Beregnungsanlage in der Reithalle?
  • Wie viele Lichtschalter und Lampen gibt es? Handelt es sich um stromsparende LED-Lampen? Wie sorgfältig ist die Stallgemeinschaft mit dem Ausschalten des Lichts? ggf. nicht zwingend nötige Lampen können auch abgebaut werden. 
  • Gibt es eine Flutlichtanlage? Was ist mit dem Licht in der Reithalle, falls vorhanden?
  • Wie sieht es mit den Fenstern aus, die zwingend beheizt sein müssen? Tipp: Fenster öffnen, Blatt Papier auf den Rahmen legen, Fenster schließen. Lässt sich das eingeklemmte Papier rausziehen? Dann schließt es nicht dicht. Das ist im Sommer gut. Im Winter schlecht. Achtung: Es muss nicht zwingend viel Geld investiert werden. Bei modernen Kunststofffenstern lassen sich die Abstände im Rahmen recht einfach neu einstellen - > Die Fenster lassen sich dann zwar nur noch mit etwas Kraft schließen, aber sie sind dicht. (Glaser fragen)

Wenn die Strompreise steigen, fällt das letztendlich auf alle Einsteller zurück. Das kann zu großem Unmut führen zwischen den Reitern, die das Licht gar nicht brauchen und denen, die es täglich brauchen.  

 

Kinder und Jugendliche in die Pflicht nehmen!

Vereine und größere Ställe mit Kindern und Jugendlichen gilt: Die Jugend unbedingt einbeziehen. Verständige Kinder, die regelmäßig am Stall sind, können Aufgaben übernehmen. Als Licht-Pate z.B. oder Wasser-Pate. Sie achten darauf, dass das Licht auch wirklich wieder ausgeschaltet wird oder kein Wasserhahn tropft. Schon Kinder ab etwa fünf Jahren verstehen, dass Energiesparen wichtig ist und nehmen Aufgaben sehr ernst. Das ersetzt die Aufsicht der Erwachsenen nicht, erzieht aber den Nachwuchs zum Energiesparen. 

 

Spar-Olympiade

In Ställen/Vereinen mit vielen Kindern und Jugendlichen ist eine Sparolympiade eine Idee, alle Mitglieder einzubeziehen. Ggf. können auch Teams aus Erwachsenen und Kindern zusammengestellt werden. Alle Teams können an einem Sonntagnachmittag (z.B.) Sparpläne entwickeln. Anschließend werden die Pläne vorgestellt und es gibt Medaillen für die Ideen. 

 

Die Spar-Ralley

Die Teams werden zusammengestellt oder ausgelost. Jedes Team gibt sich einen Namen und bekommt einen Block plus Stift. Und jetzt gehts los. In Begleitung je eines Erwachsenen suchen die Teams alle Steckdosen und notieren sie. Dann gehts an die Lichtschalter, alle (sichtbaren) Glühbirnen und Wasseranschlüsse. 

Am Ende wird geschaut, was wirklich gebraucht wird und was nicht. Die Teams bekommen kleine Preise (Schleifen z.B.) Bei kleinen Kindern lassen sich auch Sparkönig und Sparkönigin und Sparprinzen und Prinzessinnen küren. Bei größeren Kindern kommt ein gemeinsames Pizzaessen oder Grillen gut an. 

 

An die Schwächsten denken!

In fast jeder Stallgemeinschaft gibt es Einsteller, die finanziell gut über die Runden kommen und solche, für die es eng ist und dann in diesem Winter noch enger wird. Fair ist es dann, ein Auge auf die Mitstreiter zu haben, also aufeinander zu achten. 

Das gilt auch für die Vierbeiner im Eigentum des Vereins! Gibt es Pferde, denen es gesundheitlich nicht gut geht und die zeitnah womöglich höhere Kosten verursachen? Lieber jetzt die Kalkulation anpassen. 

 

Kalkulation erstellen!

Wenn sich die Gaspreise verdreifachen und auch die Strompreise erheblich steigen: Was bedeutet das in Zahlen für die Stallgemeinschaft? 

Gibt es eine Gemeinschaftskasse? Bei Vereinen: Wie ist die finanzielle Lage und kann der Verein die Erhöhung stemmen? Können anderweitig Reserven geschaffen werden? Besteht die Chance auf Spendengelder oder kann mit einem Vereinsfest, einem Tag der offenen Tür oder einem Kooperationsprojekt mit einem anderen Verein Geld eingenommen werden? 

 

Einnahmen verbessern?

Vereinsbeiträge erhöhen? Stallmiete erhöhen? Wenn sich jetzt schon zeigt, dass die steigenden Energiepreise den Betrieb in Schwierigkeiten bringen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, das anzusprechen. 

 

Kann der Betrieb/Verein neue Einnahmen generieren? Das Programm: 2 Ponys - 16 Kinder kann sich lohnen. Ein besonderes Angebot für Kinder, das niedrigschwellig Ponyspiele möglich macht. Ihr braucht zwei zuverlässige Pferde/Ponys und natürlich zuverlässige Helfer

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