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FreiZeitReiter legen fast 600 km für guten Zweck zurück – Ein Rückblick

Die Idee zu dem Ritt hatten wir schon vor vielen Jahren. Wir wollten mit unseren Pferden ans Meer und den Weg dorthin nicht etwa mit dem Anhänger sondern zu Fuß bzw. „zu Huf“ bestreiten.

Abritt

Start

von links: Mona und Jones, Maria und Fengur, Helena und Jaco

 

Aus dieser Grundidee entwickelte sich unsere Tour.

Durch meine Aufenthalte in Tansania auf der Makoa Farm kann die Idee, einen Spendenritt daraus zu machen, hinzu. Dort auf der Farm habe ich die Kids persönlich kennen gelernt und konnte ihre Fortschritte in meinen wiederholten Besuchen miterleben.

Die Makoa Farm ist eine von einem deutsch/ungarischen Paar bewirtschaftete Kaffeefarm am Fuße des Kilimanjaro. Die beiden Tierärzte bieten, neben der Behandlung und Betreuung von kranken und verletzten Wild- und Haustieren, Reitsafaris mit ihren etwa 30 Vollblütern durch den Tansanischen Busch an (Infos: www.makoa-farm.com). Meinen ersten Aufenthalt hatte ich dort 2006 zwischen Abitur und Studienbeginn. Ich habe dort ein Voluntariat absolviert und war in die Abläufe der Farm komplett eingebunden. Aus diesem ersten dreimonatigen Besuch entwickelte sich eine Freundschaft zu den Farmbetreibern und Bewohnern so dass ich 2008 und 2013 jeweils längere Zeit dort verbrachte.

Schon bei meinem ersten Aufenthalt war es so, dass die Kinder der Farmmitarbeiter von den Betreibern Eli Stegmayr und Laszlo Paiz, auf ihrem Bildungsweg unterstützt wurden. Zum Beispiel konnten wurde bei entsprechendem Engagement das Schulgeld für eine höhere Schule übernommen und ein Fahrdienst dorthin organisiert.

Seit 2011 wird diese Aufgabe zentral aus Deutschland gesteuert und mit Spendern aus Deutschland unterstützt (Info: www.saidiana.com). Die Gründer des Vereins sind ebenfalls ehemalige Gäste auf der Makoa-Farm und haben nach ihrem Aufenthalt beschlossen, die Unterstützung der Kids aus Deutschland zu fördern. Mit den Gründern des Vereins stehe ich ebenfalls in Kontakt, da ich schon seit Bestehen des Vereins monatlich eine Spende schicke.

Die Planung startete im Januar 2014 und dauerte entsprechend acht Monate. Zu tun gab es viel: Strecke suchen, Reitrechte der unterschiedlichen Bundesländer recherchieren, Quartiere für uns und die Pferde suchen, Ausrüstung perfektionieren, Regenkleidung ausgiebig testen, Spender suchen und natürlich viel, viel, viel reiten.

Da sich noch eine weitere Freundin angeschlossen hat waren wir zu dritt:

  1. Maria Bonarius, aus Grünberg, Tierärztin. Pferd: Fengur, 14 Jahre, Isländer, Wallach.
  2. Helena Thomas, aus Frankfurt, Biologin. Pferd: Jaco, Friese-Tinker-Mix, 13 Jahre, Wallach.
  3. Mona Weitzel, aus Laubach, Biologin. Pferd: Jones, Traber, 12 Jahre, Wallach.

Insgesamt waren wir 22 Tage unterwegs. Die Tagesstreckenlängen lagen zwischen 23 und 50 km. Dementsprechend waren wir jeden Tag zwischen sechs und neun Stunden unterwegs da ja zwischendurch auch Pause gemacht werden muss. Es gab immer vier aufeinanderfolgende Reittage, gefolgt von einem Pausentag.

Geritten sind wir nach GPS und Karten (topografische oder Wanderkarten, je nach Verfügbarkeit). Dadurch haben wir uns tatsächlich kein einziges Mal verritten!

Die Strecke ging so:

Von Grünberg aus (logischerweise) nach Norden Richtung Kassel. An Kassel östlich vorbei Richtung Göttingen (Hann. Münden und Göttingen haben wir ebenfalls westlich liegen lassen). Weiter ging es Richtung Harz (Osterode im Harz bzw. Seesen). Den Harz haben wir nur angeschnitten und sind westlich daran vorbei Richtung Salzgitter/Braunschweig. Dann östlich an Braunschweig vorbei Richtung Gifhorn und weiter Richtung Uelzen. Von unserem Quartier in Neu-Neetze aus haben wir uns mit dem Anhänger über die Elbe fahren lassen (bei Lauenburg). Danach ging es weiter Richtung Norden. Wir sind östlich von Ratzeburg Richtung Grevesmühlen und von dort dann an unser Ziel.

Die genauen Stationen:

Start in 35305 Grünberg – 34613 Schwalmstadt/Michelsberg – 34587 Felsberg/Melgertshausen – 34260 Kaufungen (dort Pause) – 37133 Friedland/Groß-Schneen – 37191 Katlenburg-Lindau – 38723 Seesen im Hazr/Stauffenburg – 38275 Steinlah (dort Pause) – 38162 Cremlingen – 38547 Calberlah – 29392 Wesendorf – 29596 Stadensen (dort Pause) – 29574 Ebstorf – 21398 Neu-Neetze (Elbübergang mit dem Pferdeanhänger) – 19258 Greven/Leisterförde – 19217 Carlow/Pogez – 23948 Oberhof

Dabei sind wir durch Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und MecklenburgVorpommern gekommen. Gesamtstrecke waren 597 km.

Am Strand

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Die Quartiere waren sog. Wanderreitstationen. Es gibt in Deutschland ein gutes Netz an Wanderreitquartieren. Meist sind es Pferdehöfe, manchmal aber auch Gaststätten o.ä. die noch Boxen bzw. Koppeln haben. Dort kann man dann für das Pferd eine Koppel oder Box und für sich selbst ein Zimmer mieten.

Maria und Fengur

Marina und Fengur

Die Spender hatten wir im Vorhinein gesucht. Wir haben eine facebook Seite (www.facebook.com/Spendenritt) gestartet und Flyer und Plakate gedruckt und verteilt. Die Plakate hingen z.B. bei Veranstaltungen von unserem Reitverein, die Flyer haben wir an Geschäftsleute in der Umgebung verteilt.

Insgesamt hatten wir 29 Spender die zwischen 0,05 € und 1 € pro Kilometer gespendet haben. Es waren sowohl Firmen als auch Privatleute (vor allem Freunde und Bekannte von uns). Dabei kamen wir auf eine Gesamtspendensumme von etwa 4600 Euro für Saidiana e.V.

Das Geld soll als Grundstock für einen Kindergarten dienen und außerdem die weitere Förderung der Kinder und ihrer Schullaufbahn sichern.

Autorin: Mona Weitzel

Fotos: Mona Weitzel

Ergänzung: Monas Pferd ist nach der Hälfte der Strecke mit Rückenproblemen ausgefallen. Seine Reiterin hat kurzfrstig „umgesattelt“ und ist die restliche Strecke mit dem Rad gefahren!

 

Am Ziel!

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