Im Interview: Julia Schwehn

Carola: Julia, wenn man deinen reiterlichen Werdegang verfolgt, bist du der klassische Freizeitreiter, der mehr will, als nur Durchschnitt. Du scheinst in allen Sätteln zu Hause zu sein. Wer einen Blick auf deinen Lebenslauf und deine Ausbildungen rund ums Pferd UND den Menschen, wirft, der kommt aus dem Staunen nicht heraus. Was treibt dich an?

Julia: Tja, was mich antreibt, – das habe ich mich eigentlich noch nie selbst so gefragt, das ist eine gute Frage – ich muss ja mal lächeln…! Wie wohl die meisten, die mit Pferden zu tun haben, haben mich diese anmutigen Geschöpfe schon immer fasziniert und beeindruckt. Als Wald und Wiesenreiterin fing ich damals an. Doch über die ganzen Jahre hinweg, schaute ich immer wieder über meinen Tellerrand und fand es bewundernswert, wie manche mit Pferden umgingen, vor allem diese ritten, ohne Gezerre, ohne laute Worte, und ohne viele sichtbare Hilfen.
Diese Pferde sahen ihm großen und ganzen immer zufrieden, ja teils motiviert aus, trotz dass ein Mensch auf ihnen saß. Denn wenn man sich mal umschaut, sieht so ein Pferdeblick leider oftmals nicht sehr glücklich aus.
Somit habe ich mich auf die Reise durch diese „Reiter- und Pferdewelt“ begeben. Ich glaube es ist eine Reise, wo man nie wirklich ankommt, denn ein Leben alleine reicht leider nicht aus, um ALLES über diese tollen Geschöpfe zu lernen; aber diese Reise ist täglich spannend. Somit versuche ich immer im Sinne des Pferdes dem Menschen zu vermitteln, auf was es ankommt, um die Pferde besser zu verstehen. Im Grunde genommen – ich sage es mal so dahin – „funktionieren“ sie alle gleich. Der eine braucht nur etwas mehr hiervon, der andere etwas weniger davon – und wenn man dies mal herausgefunden hat und es fühlen kann, dann ist es so beeindruckend, was Pferde einem alles erzählen, zeigen und von einem dankbar annehmen.

Carola: Der Reiter muss also auch an sich selbst arbeiten?

Julia: Es ist schade, dass viele nicht wahrhaben wollen, dass der Fehler fast immer beim Menschen zu suchen ist, und das dieser lernen muss, seinen Körper pferdegerecht einzusetzen, ob es nun mal vom Boden aus ist, oder vom Pferd aus. Deshalb freut es mich umso mehr, wenn Menschen an sich arbeiten möchten, um das Miteinander mit ihrem 4-Beiner zu verbessern oder zu festigen.

Ich könnte jetzt noch seitenweise darüber schreiben, aber ich denke, das sagt es im Großen und Ganzen aus, warum ich mich ständig weiterbilde, egal ob im Western-, oder Klassisch-Sattel und stehts nach vorne schaue und natürlich auch mal nach rechts und links.

Carola: Julia, wie die anderen Vorstandsmitglieder auch, hast du viel zu tun. Trotzdem nimmst auch du dir die Zeit für die FreiZeitReiter. Was ist bei diesem Verein anders. Warum bist du dabei?

Julia: Da ich mich selbst nach wie vor als Freizeitreiter bezeichne, obwohl ich es liebe, auf Turniere zu gehen, was ich in meiner Freizeit mache, sowie auf Kurse usw… also passt nach wie vor bei mir der Ausdruck Freizeitreiter. Somit möchte ich zeigen dass ein Freizeitreiter auf viele Arten tätig sein kann, es aber wichtig ist, sich weiterzubilden. Deshalb stehe ich gerne dem Verein auch mit meinem Tun und Handeln zur Verfügung und versuche ihn somit zu unterstützen.

Anders ist der Verein ja schon mal, da es ein Online-Verein ist.

Carola: Vielen Dank Julia

So erreichst Du Julia Schwehn: julia.schwehn@diefreizeitreiter.de

Foto: J. Schwehn