Jetzt den nächsten Wanderritt vorbereiten- Herbst/Winterübungen

Eine gute Ausbildung braucht Zeit! Das Führen des Pferdes auf Abstand gehört ganz sicher dazu, denn richtiges Führen ist die Basis für den sicheren Umgang mit dem Pferd in schwierigen Situationen im Gelände. Beispiel gefällig?

David Wewetzer von den ETCD FreiZeitReitern ist ein erfahrener Wanderreiter und Rittführer. Er kennt wahrscheinliche und unwahrscheinliche Herausforderungen, wie sie auf jedem Wanderritt oder auch Ausritt vorkommen können. Gut Lachen hat dann, wer vorbereitet ist.

Was könnten das für besondere Gegebenheiten sein?

Nehmen wir das Beispiel des Steilhangs. Mensch und Pferd schaffen einen Steilhang zu Fuß nicht gleich schnell. Deshalb geht entweder der Mensch vor und das Pferd muss Warten oder das Pferd läuft voran.

Wichtig ist: Der Mensch fällt die Entscheidung und muss sich darauf verlassen können, dass das Pferd mitspielt. Für Erziehungsspiele ist auf einem Wanderritt keine Zeit.

Man stelle sich vor: Reiter und Pferd sind beide zu Fuß auf einem rutschigen Weg unterwegs. Nicht auszudenken, wenn der Abstand zu knapp ist und das Pferd in den Menschen rutscht

Wie übt man das Führen auf Abstand?

In kleinen Schritten. Die Voraussetzung ist, dass sich das Pferd auf der rechten und linken Seite problemlos führen lässt. Es muss aufmerksam sein und bei Richtungswechsel weichen oder folgen. Weder darf es in mich hineinrennen  noch sich ziehen lassen. Auf einem Wanderritt ist so etwas einfach zu gefährlich und außerdem kraftraubend. Klappt das Führen auf beiden Händen gut, schicke ich das Pferd weg. Das kann der nur mit dem Arm sein, oder auch mit der Gerte als Verlängerung. Achtung: Das ist für das Pferd zunächst nicht leicht zu verstehen. Also: Ruhe bewahren, in kleinen Schritten arbeiten und nicht alles auf einmal verlangen. Fünf Minuten täglich reichen für die Übungen, die man zunächst nur auf eingezäuntem Gelände trainieren sollte. Hilfreich ist auch, ein Stimmkommando zu verwenden, mit dem man das Pferd später voran- oder auch zurückschickt.


Kann man dafür Stangen oder Pylone verwenden?

Ja, das macht es für Mensch und Pferd  erstmal einfacher: Zum Beispiel stellt man eine Reihe von Pylonen auf, auf die beide normal zugehen. Mit Erreichen der Pylonen schickt der Mensch das Pferd auf die rechte Seite, er geht links weiter. Das soll natürlich auch auf der anderen Hand und später auch ohne Hindernisse funktionieren. kann nämlich alle möglichen Gründe dafür geben, warum es wichtig ist, dass das Pferd zuverlässig bis zu mehreren Metern Abstand hält. Nicht alle kann ein Pferd erkennen.

Wenn das mit dem Abstand halten klappt, wie gehts weiter?

Es genügt nicht, wenn das Pferd beim Gehen Abstand hält. Man muss auch anhalten und weitergehen können, ohne dass das Pferd sofort aufschließt. Läuft es also am Bodenarbeitsseil drei Meter hinter mir und bleibe ich stehen, muss es auch sofort stehenbleiben. Das gilt dann auch fürs Weitergehen. Gehe ich weiter, muss das Pferd ebenfalls losmarschieren, ohne dass ich ziehe.

Welche Ausrüstung empfiehlst du für die Übung?

Ich arbeite gerne mit einem langen Bodenarbeitsseil und Knotenhalfter. Es geht aber auch ein Kappzaum. Eine Gerte kann hilfreich sein, unterwegs auf einem Wanderritt hat man die aber eher nicht dabei. Deshalb eignen sich Gerten für die ersten Ausbildungsschritte, dann muss es auch ohne klappen.


Noch ein Tipp zum Schluss?

Ein Wanderreitpferd muss viel mitdenken. Es muss aufmerksam auf meine Kommandos und meine Körpersprache achten, es muss aber auch selbst entscheiden können. Das bedeutet: Ich muss zum Beispiel jedes Bein einzeln korrigieren können, aber das Pferd passt selbst auf, dass es nicht über die Füße fällt und wie es heil über Geröll oder Gräben kommt. Das ist anspruchsvoll und erfordert neben allergrößtem Vertrauen auch eine langjährige sehr gute Ausbildung beider Partner.

Deshalb mein Vorschlag: Die wertvolle Zeit auf dem Platz oder in der Halle auch beim Warmmachen für sinnvolle Übungen zu nutzen.

Fotos: D. Wewetzer