Licht ans Pferd!

September, 20 Uhr, eine Autobahnbrücke, zwei Reiter und ein Autofahrer. Als der 32-jährige Fahrer die Pferde erkennt, ist es zu spät. Er erfasst eines der Tiere, der Wagen beginnt zu schleudern, durchbricht das Brückengeländer und stürzt in die Tiefe, wo er auf dem Dach neben dem Standstreifen liegen bleibt. Der Fahrer kann sich schwer verletzt selbst aus dem Fahrzeug befreien. Oben auf der Bücke ist die Situation ähnlich schlimm. Das angefahrene Pferd wird wenig später durch einen Tierarzt eingeschläfert, die Reiterin muss ins Krankenhaus. Ihre Begleiterin hat einen Schock. So furchtbar die Ereignisse sind, es hätte erheblich schlimmer kommen können. Deshalb gilt: Lieber das Pferd in einen wandelnden Christbaum verwandeln als Risiken einzugehen, denn es geht nicht nur um das eigene Leben. Natürlich gibt es gesetzliche Vorschriften, die berücksichtigt werden müssen.

Modetrends und die Straßenverkehrsordnung

Der Reiter muss als Verkehrsteilnehmer ein dauerhaft leuchtendes Licht bei sich führen. Vorgesehen sind ein rotes Licht nach hinten und ein weißes Licht nach vorn. Darüber hinaus finden Pferde keine besondere Erwähnung. Dafür bietet der Handel eine Vielzahl von Hilfsmitteln. Dazu gehören:

 

  • Reflexwesten
  • Reflexjacken/Ponchos
  • Leuchtgamaschen
  • LED-Lampen für Schweif/Mähne
  • Blinklichter
  • Überzüge für Zügel/Trense
  • Stiefellampen
  • Reflexbänder für Arme und Schweif
  • Kopflampen

Reiter haben in der Dunkelheit aber nicht nur das Problem, dass sie gesehen werden müssen, es ist auch wichtig, dass andere Verkehrsteilnehmer erkennen, dass das leuchtende Etwas 1. sehr groß und 2. sehr langsam ist. Es ist daher wichtig, bei allen Leuchtartikeln darauf zu achten, dass andere erkennen, wo dieses Hindernis anfängt und wo es aufhört. Leuchtgamaschen haben sich längst durchgesetzt. Sie allein genügen aber keinesfalls, denn der Autofahrer bekommt den Eindruck, dass dort zwei Personen unterwegs sind. Auch eine Weste allein reicht nicht. Sie liefert keinen Hinweis, darauf, dass 1,5 Meter davor und dahinter auch kein Platz ist, vorbeizufahren. Pferd und Reiter sollten daher Leuchtartikel tragen, am:

  • Kopf des Pferdes
  • an beiden Seiten
  • an den Pferdebeinen
  • am Schweif
  • Oberkörper des Reiters

Das Pferd sollte von allen Seiten, auch von vorn und hinten, als groß und lang erkennbar sein.

Nicht alles ist erlaubt!

Blaues Licht ist nicht erlaubt. Auch Blinklichter sind nicht zulässig. Das hat den Hintergrund, das alles, was blinkt auf eine besondere Gefahrensituation hinweisen soll. Die Gefahr, dass andere Verkehrsteilnehmer irritiert werden, ist daher groß. Trotzdem sind Blinklichter in allen Varianten im Handel erhältlich und werden von der Polizei auch kaum kritisiert.
Das gilt ähnlich für Kopf/Stirnlampen. Sie wirken wie ein Fernlicht und können andere Verkehrsteilnehmer blenden. Deshalb ist das Mitführen zwar erlaubt, das Benutzen aber verboten.

Foto: G. Münch, Pony Gipsy