Medikamente im Stall – was ist zu beachten?

In den meisten Ställen gibt es sie, die Stallapotheke. Sie enthält neben der üblichen 1. Hilfe-Ausrüstung aber auch Medikamente, die vorsorglich angeschafft wurden, damit sie im Ernstfall sofort zum Einsatz kommen können und solche, die übrig sind und vielleicht demnächst weiter verwendet werden. Naturgemäß ist die Lagerung im Stall schwierig, denn nicht immer stehen geeignete, also temperierte Räumlichkeiten zur Verfügung. Was bleibt ist der staubige Schrank auf der Stallgasse, der im Winter Minusgraden und im Sommer Temperaturen von 30°C und darüber ausgesetzt ist, inklusive der Inhalte.

Abgesehen davon, dass die Medikamentengabe an Pferde, die zur Schlachtung vorgesehen sind, in einem Bestandbuch (Tierhalter-Arzneimittel-Nachweisverordnung) festgehalten und fünf Jahre archiviert werden müssen, sollten auch die Arzneien selbst entsprechend gelagert werden. Kühlpflichtige Medikamente gehören in den Kühlschrank, für alle anderen ist eine kühle und trockene und saubere Aufbewahrung die Voraussetzung dafür, dass die Wirksamkeit erhalten bleibt. Natürlich muss auch das Haltbarkeitsdatum regelmäßig überprüft werden. Sehr sinnvoll ist es, den Tag eines Anbruchs auf der Verpackung zu vermerken, z.B. bei Flüsssigkeiten, die dann nur noch über einen kurzen Zeitraum haltbar sind.

Ein großes Problem ist in vielen Ställen auch das Entsorgen von Medikamentenresten. Der Klassiker ist die Wurmkur, die schließlich auf der Schubkarre liegenbleibt und womöglich noch tagelanger Sonnenstrahlung ausgesetzt ist, bis sie jemand fachgerecht entsorgt. Für andere tierische Stallbewohner, wie Ziegen, Hunde oder Katzen kann das gefährlich werden. Medikamente gehören daher sofort nach der Anwendung entweder in den Medikamentschrank oder in einen verschließbaren Mülleimer.  Solange auf der Verpackung nichts anderes vermerkt ist, sind Medikamente sogenannter Siedlungsabfall und müssen über den Hausmüll entsorgt werden. Keinesfalls dürfen sie also über Toiletten oder Waschbecken weggespält werden, denn so gelangen sie ins Grundwasser.  Auch vom Ausspülen von Gläsern mit Medikamentenrückständen wird dringend abgeraten. Der Hausmüll selbst wird auf den Diponien verbrannt. Rückhaltesysteme verhindern, dass die Substanzen ist Grundwasser geraten, aus dem sie kaum herausgefiltert werden können.