So war unser Futterseminar im Seelbacher Hof

Ca. 50 interessierte Pferdefreunde folgten unserer Vereinseinladung in den Seelbacher Hof in Herborn-Seelbach. Frau Fauerbach (Agraringenieurin) von der Firma St. Hippolyt übertraf all unsere Erwartungen. Sie überzeugte an diesem Abend mit einer anschaulichen Powerpointpräsentation und einem kompetenten und interessant gestalteten Vortrag über die wichtigen Grundlagen der Verdauungsphysiologie des Pferdes.

Jeder Pferdefreund wünscht sich doch ein gesund aussehendes Pferd, mit glänzendem Fell, und gesunden Hufen. Der vierbeinige Freund soll uns mit ausgeglichenem Temperament leistungsbereit begleiten und da lohnt es sich auf jeden Fall den Speiseplan zu überarbeiten. Aber was braucht mein Freizeitpferd oder meine Sportskanone wirklich im Futtertrog? Frau Fauerbach blieb uns keine Antwort schuldig und hat uns über die allgemeinen Fütterungskonzepte bis hin zu individuellen Lösungen umfassend objektiv informiert (auch nachzulesen in der Informationsbroschüre „Fütterungskonzepte “ von St. Hippolyth).

Wir lernten über die Grundlagen der Pferdeernährung, die Basisrationen und die speziellen Ergänzungen und „Problemlöser “. Gleichwohl war Frau Fauerbach keine Frage zu lästig und sie beantwortete geduldig und gut verständlich – trotz der vielen Fremdwörter, die sie aber auch ins Deutsche übersetzte – jede Frage , die gestellt wurde. Anhand von sehr anschaulichen Bildern zeigte Sie in welch direktem Zusammenhang Leid und Wohl unserer Pferde zu unseren Fütterungsgewohnheiten stehen. Die Redewendung „ mit Verstand und Augen füttern “, gewinnt an großer Bedeutung. Die verschiedenen vorgestellten Krankheitsbilder machten uns Pferdebesitzern knallhart klar , dass wir unsere Pferde mit falscher Fütterungsstrategie ebenso auch krank füttern können. Aber es wurde uns auch aufgezeigt wodurch wir Fütterungsmängel schnell selber erkennen, wie wir sie kostengünstig und effizient beheben und was wir tun können um solch einem Mangel vorzubeugen. Was kann z.B. Schuppenbildung zu bestimmten Jahreszeiten bedeuten? Welches Spurenelement fehlt hier …. etc.? Wie können wir hier leicht selber Abhilfe schaffen?

Wir glauben sagen zu können, dass uns die Verdauungsphysiologie des Pferdes in verständlichen Worten und gut bebildert in seiner ganzen Komplexität vermittelt wurde, ohne dass der Vortrag zu einer St. Hippolyth-Verkaufsveranstaltung wurde. Nicht alle Zuhörer wussten bei Vortragsbeginn welche Bedeutung organisches Mineralfutter hat und wie es im Pferdekörper wirkt im Vergleich zu herkömmlichem Futter/Mineralfutter. Und noch viel weniger der Anwesenden wussten, dass der Pferdemagen keine Dehnungsrezeptoren hat und v.a. auch WARUM ! Wie lange braucht das aufgenommene Futter vom Pferdemaul bis zum Abäppeln ? Bei einer Kolik muss ich auch darüber nachdenken WAS mein Pferd vor 1 Tag gefressen haben könnte und nicht nur vor 1 Stunde …

Nach Vortragsende nahm Frau Fauerbach sich zusätzlich noch reichlich Zeit alle aufgeworfenen Fragen zu beantworten. Das ausliegende und kostenfreie Info-Material fand schnell reißenden Absatz. Die verschiedenen Fütterungsempfehlungen  z.B. bei Pferden mit EMS, Cushing-Pferden, Fohlen, Jungpferden, Senioren-Pferde usw.  … wird so manchem Pferdefreund an diesem Abend geholfen haben die eigene Fütterung zu überdenken. V.a. wissen wir jetzt aber auch alle auf welche Produktkennzeichnung wir auf den Futtersäcken und Eimern achten müssen, um unserem Pferd das möglichst Beste in die Krippe zu tun und dabei auch noch effektiv nicht nur an sein Wohlbefinden zu denken, sondern auch noch für unser Geld das Beste zu bekommen. Wir waren uns einig darüber, dass wir an einem gelungenen Abend dabei waren und diesen anschaulichen Vortrag von Frau Fauerbach an alle Pferdeinteressierten weiterempfehlen können!

Nur wenn wir uns weiterbilden, immer wieder dazulernen wollen, besser informiert sind, können wir auch das Beste für unser Pferd tun und gleichzeitig unseren Geldbeutel schonen. „ Winterzeit “ ist auch „ Fortbildungszeit “ und jeder von uns kann die Vortragsangebote für sich nutzen, selbstverständlich zu jeder Jahreszeit .
(Bericht: Claudia Wieth & Julia Schwehn)