Traurige Nachrichten aus dem hessischen Schlangenbad

Schlangenbad ist eine der Gemeinden, die mit dem Beschluss des Normenkontrollverfahrens eine Pferdesteuer eingeführt haben. 300 Euro pro Pferd und Jahr müssen die Pferdehalter aufbringen, und das in einer Gemeinde, in der sich Pferdehalter und Interessenten für Windkraftanlagen um jeden Quadratmeter streiten. Hohe Pachten sind die Folge, die Pferdehaltung ist noch teurer geworden. Wer sein Pferd in Schlangenbad artgerecht halten will, muss tief in die Tasche greifen. Dass unter solchen Bedingungen eine Pferdesteuer eine wirtschaftlich erdrosselnde Wirkung annimmt, ist leicht nachvollziehbar. Erst recht, wenn die Pferdefreunde nicht nur ein, sondern mehrere Pferde halten, womit sie den Regularien des Tierschutzgesetzes folgen. Vorhersehbar war diese Entwicklung ebenfalls nicht.

Wenn Pferdehalter von den Kommunen in die Enge getrieben werden, kann das sehr schmerzhafte Entscheidungen nach sich ziehen. So war es auch für drei Pferde in Schlangenbad. Eine tiergerechte Haltung war durch die zusätzliche Belastung durch die Pferdesteuer nicht mehr möglich. Das Aktionsbündnis Pro Pferd e.V. informierte heute in einer Pressemitteilung: Um eine Verwahrlosung aus wirtschaftlichen Gründen zu vermeiden, mussten in den letzten Tagen drei Pferde in Schlangenbad ihr Leben lassen.

Wir möchten an dieser Stelle unsere Betroffenheit, aber auch unser Entsetzen zum Ausdruck bringen. Umso schlimmer sind diese Folgen, weil wir in allen Pferdesteuergemeinden diese Entwicklung vorhergesagt haben. Von politischer Seite wurde aber das für absurd gehalten, da Pferdehalter laut Beschluss (Normenkontrollverfahren, Dez.2014) als wirtschaftlich besonders leistungsfähig gilt. Leider sind Pferde in den Pferdesteuergemeinden so gut wie unverkäuflich. Erst kürzlich musste der RV Sickenberger Pferdefreunde Bad Sooden-Allendorf, der durch die Pferdesteuer in die Auflösung getrieben wurde, seine gesunden Schulpferde zum Schlachtpreis an einen Händler verkaufen. Ein privater Verkauf ist durch den Zusammenbruch des Pferdemarktes in der Region nicht mehr möglich.

Unser Respekt und unser Verständnis gilt den betroffenen Pferdehaltern.