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Ukrainehilfe für Tiere – Schon eine Pferdebox kann helfen

Es gibt mit Sicherheit niemanden, den das Schicksal der ukrainischen Nation kalt lässt. Die erschütternden Bilder, die Not der Menschen und die Ungewissheit macht uns allen zu schaffen. Hilfe anzubieten, ist ein guter Weg, sich aus der Schockstarre zu befreien. Heidgard Böttger-Grebe von den ETCD-FreiZeitReitern hat die Ärmel hochgekrempelt. Und sie hat eine Botschaft.

Heidgard Böttger-Grebe lebt in Schwalmstadt. Sie bewirtschaftet einen landwirtschaftlichen Betrieb und kennt sich mit den Bedürfnissen von Menschen und Tieren aus. Sie ist eine der Ansprechpartnerinnen für das Veterinäramt, wenn Platz für Pferde benötigt wird. Die Verbindung zum Vet-Amt ist deshalb eng. Und sie ist gut. Diese kurze Leitung hat die Pferdeexpertin genutzt und sich als Quarantänestation zur Verfügung gestellt. Denn selbst wenn jetzt noch keine Pferde in größerer Zahl aus der Ukraine gelangen, das kann sich schon bald ändern. Sie selbst kann acht Pferde aufnehmen. Drei sogar in Vollquarantäne und das kann wichtig werden, denn in den Tierheimen ist für Pferde meist kein Platz. Zudem sind die Einrichtungen schon aufgrund der einwandernden Hunde und Katzen stark gefordert. „In der Ukraine gibt es noch Tollwut, während Deutschland tollwutfrei ist“, weiß die Pferdehalterin. Deshalb müssen ungeimpfte Tiere in Quarantäne. In ihren freien Boxen kann sie aber nicht nur Pferde, sondern auch Hunde und bei zusätzlicher Sicherung mit Netzen auch Katzen unterbringen. Zumindest für die Zeit der Quarantäne, denn dann sollen die Vierbeiner so schnell wie möglich zu ihren Familien zurück. In der Zwischenzeit brauchen sie professionelle Pflege, denn auch für Haustiere sind die Ereignisse eine Katastrophe.

Heidgard Böttger-Grebe kann bis zu acht Pferde in Quarantäneboxen unterbringen

Foto: privat

Heidgard Böttger-Grebe möchte anderen Pferdeleuten Mut machen, Quarantäneplätze anzubieten. „Wenn sie es können und wollen, “ schränkt sie ihren Aufruf ein, denn für die Kosten muss der Helfer zunächst selbst aufkommen. Zwar geht sie davon aus, dass die Tiernothilfe-Stellen die privaten Helfer unterstützen werden, dennoch sollten die Ressourcen vorhanden sein. Bei den Rahmenbedingungen rät die Pferdefrau zu Gelassenheit. Aus Erfahrung weiß sie, dass die Behörden bei Bedarf sehr genau nachfragen, wie es vor Ort aussieht und im Zweifel Empfehlungen zur Nachbesserung anregen. Dann ist immer noch Zeit zu überlegen, ob man sich der konkreten Herausforderung stellen kann. Heidgard Böttger-Grebe wird keinen Rückzieher machen und sie hofft auf mehr Unterstützer. „Wir Pferdehalter sind gut vernetzt. Wir müssen jetzt die Initiative ergreifen“.