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Zu Pferd von Athen nach Kassel – Ein Kunstprojekt mit vielen Eindrücken

Über 3000 Kilometer von Athen nach Kassel zu reiten, ist mehr als ein Abenteuer und ganz sicher nur etwas für erfahrene Wanderreiter. Dass es auch Mut, Sozialkompetenz und Ausdauer braucht, davon konnte David Wewetzer am 18. Juli in Bad Hersfeld, auf der Anlage des Reitvereins Fuldawiesen eindrucksvoll berichten.

Vier Reiter – fünf Pferde

Die Reiter waren Peter van der Gugten, Zsolt Szabo, David Wewetzer und Tina Boche. Ihre Pferde: Artvin (Karbardine), Calfino Sancho (Criollo), Issy Kul (Budjonny), Paco (Haflinger) und Hermes (Arravani). Begleitet wurden sie vom Dokumentationsteam Mark und Sam. Die Gruppe wuchs auf der anspruchsvollen Strecke zu einem echten Team zusammen.

Nationalheld war Inspiration für das Mammutprojekt

Ideengeber für die Reise war das Tagebuch von Aimé Félix Tschiffely (1895 – 1954), veröffentlicht unter dem Titel Tschifflely´s Ride. Der Abenteurer entdeckte in Argentinien die harte Pferderasse Criollo. Tschiffely war von den Pferden so beeindruckt, dass er 1925 von Buenos Airies zu einem gewaltigen Ritt aufbrach. Drei Jahre und 10.000 Meilen später kam er in New York an. Bis heute ist Tschiffely in Argentinien ein Volksheld.

The Transit of Hermes

Die Idee einer  modernen Neuauflage der gigantischen Reise entwickelte der schottische Künstler Ross Birrell zusammen mit dem polnischen Kurator Adam Szymczyk. „The Tranit of Hermes“, sollte das mobile Kunstwerk heißen. Ein Kunstwerk, bestehend aus einer Gruppe von Wanderreitern, die im Rahmen der berühmten, internationalen Kunstaustellung Documenta von der Athener Ausstellung nach Kassel reiten sollten, wo sie unter dem Panthenon offiziell begrüßt wurden.

Auch die vier Athen-Kassel-Reiter wollten einer Rasse ein Denkmal setzen, dem griechischen Arravani. Und so begleitete sie der junge Hengst Hermes auf der gesamten Strecke als Handpferd.

Vor dem Start waren insgesamt 1,5 Jahre Vorbereitung nötig, vor allem die Verwaltung hat viel Zeit in Anspruch genommen. Drei Monate Rittzeit stand den Teilnehmern zur Verfügung.

Viel erlebt – Menschen und Pferde wohlauf

Was die Reiter unterwegs erlebt haben, hat sie für das Leben geprägt. Das wird jedem deutlich, der den Worten von David Wewetzer aufmerksam zuhört und die fantastischen Bilder auf sich wirken lässt. Umso schöner, dass Pferde und Menschen heil angekommen sind, während so manches Material ordentlich gelitten hat.

Uwe Göbel, 1. Vorsitzender des Vereins ETCD FreiZeitReiter, will David Wewetzer erneut einladen und so noch mehr Wanderreiter an den fantastischen Erfahrungen teilhaben lassen.

Zur Tour http://www.theathenskasselride.eu